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72-Jährige in Obermenzing ermordet: Ihr Adoptivsohn soll sie erstochen haben - doch er weist Vorwürfe von sich

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Von: Andreas Thieme

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Der mutmaßliche Mörder Ahmed H. (34, li.) mit seinem Strafverteidiger Adam Ahmed
Der mutmaßliche Mörder Ahmed H. (34, li.) mit seinem Strafverteidiger Adam Ahmed © SIGI JANTZ

Es war ein brutaler Mord: In Obermenzing wurde die 72-Jährige Katrin F. in ihrer Villa erstochen. Als Tatverdächtiger wurde Ahmed H. (34) verhaftet, den sie adoptiert hatte. Vor Gericht wies er die Vorwürfe von sich - doch die Tat bleibt ein Rätsel.

München - Sie gab ihm alles - er nahm ihr alles. Aus Habgier soll ein 34-jähriger Syrer eine reiche Münchner Witwe in Obermenzing ermordet haben, die ihn finanziell unterstützt und dann als Alleinerben eingesetzt hatte. Seit heute wird Ahmed H. der Prozess gemacht.

Bei einem Werkstattbesuch lernte Katrin F. (72) den Lackierer im März 2020 kennen, als sie ihren Mini Cooper reparieren ließ. Zwischen beiden entwickelte sich eine enge Beziehung. „Es war eine Art Mutter-Sohn-Verhältnis“, sagt Oberstaatsanwältin Anne Leiding, Sprecherin der Anklagebehörde in München.

In der Münchhausenstraße lebte Katrin F. in einem schicken Glasbau. Ahmed H. war laut Anklage dagegen hoch verschuldet und hat zwei Kinder, die in Dortmund leben. Er half Katrin F. im Alltag, laut Anklage übernachtete er zeitweise auch bei der Rentnerin. Sie wiederum beschenkte ihn großzügig und hielt ihn aus. Anfang 2022 gab die Witwe dem Syrer dann auch einen Zweitschlüssel für ihre Wohnung sowie den Code für ihren Tresor.

München: Sein Anwalt hält Ahmed H. für „unschuldig“ - für die Staatsanwaltschaft ist er ein Mörder

Laut Anklage wollte die Witwe Ahmed H. auch adoptieren, was durch ein Schreiben dokumentiert ist. In einem Testament, das vom August 2021 datiert, setzte sie ihn zudem als Alleinerben ein. Doch später kam es zum Streit, als Ahmed H. ohne Einwilligung den Mini Cooper verkauft haben soll. Beruflich hatte H. zudem Probleme. Eine Nachbarin hatte die getötete Witwe am 10. Januar 2022 durch das Fenster entdeckt - übersät mit Einstichwunden. Ahmed H. stritt die Tat gestern zunächst ab. Heute will er aussagen.

Sein Anwalt Adam Ahmed sagt: „Mein Mandant ist unschuldig.“ Er rügte die angeblich fehlerhafte Ermittlungsarbeit der Behörden und kündigte für morgen eine längere Erklärung an. Vor dem Landgericht hatte der bekannte Strafverteidiger heute nur eine kurze Erklärung abgegeben. Noch bis zum 15. März verhandelt das Gericht den Mordfall.

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