Münchnerin darf nicht nach Rhodos!

Wegen QR-Code: So platzten Marias (80) Reiseträume am Münchner Flughafen

So sehr sich die rüstige alte Dame aus München auf ihre erste Reise nach der Pandemie gefreut hatte - wegen eines kleinen QR-Codes, der fehlte, löste sich ihr Traum von Rhodos am Airport in Luft auf.

München - Maria Schuler hat sich so sehr auf ihren ersten Urlaub seit Beginn der Pandemie gefreut. Jetzt sitzt sie samt Koffer, Gehstock und Handtasche in der S-Bahn und fährt vom Flughafen München wieder heim in ihre Wohnung. Der Flieger nach Griechenland hob ohne sie ab. Und das nur, weil der 80-jährigen Rentnerin für ihren Flug nach Rhodos ein winziger QR-Code auf der Reiseanmeldung fehlte! Eigentlich, so dachte sie, hätte sie alle nötigen Dokumente dabei. Doch keine Chance: Die Mitarbeiter am Flughafen* ließen sie nicht einsteigen. Noch aber will sie ihren Traumurlaub nicht ganz aufgeben...

München: 80-Jährige darf nicht nach Rhodos fliegen, weil ein QR-Code fehlt

Maria Schuler reist für ihr Leben gern. Über 120 Länder hat die gebürtige Rumänin, die seit 40 Jahren in München lebt, schon gesehen. Umso schlimmer traf sie die Pandemie. Fast eineinhalb Jahre saß sie in ihrer Wohnung quasi fest – dritter Stock, kein Aufzug. Als Reisen dann wieder möglich wurde, wollte sie sich einen langersehnten Traum erfüllen. Noch nie war sie zuvor auf den griechischen Inseln gewesen. Von Rhodos aus soll es weiter nach Patmos gehen. „Und dann mal schauen“, sagt sie.

Statt im Flieger nach Griechenland sitzt Maria Schuler wieder in der S-Bahn: Sie durfte nicht in die Maschine, weil auf einem Reisedokument ein QR-Code fehlte .

Am Tag vor der Abreise dann der Schock:. Schuler bekommt am Vormittag eine E-Mail von der Fluggesellschaft. Für ihren Griechenland-Flug benötige sie neben den üblichen Papieren eine Einreiseanmeldung mit QR-Code. Fatal: Die Rentnerin schaut erst am Abend gegen 22 Uhr in ihr E-Mail-Postfach. Bis Mitternacht versucht sie noch verzweifelt per Telefon, das Problem zu lösen. Vergeblich.

München: Auch das Reisebüro konnte Maria nicht helfen

Also macht sie sich am nächsten Tag auf in Richtung Flughafen. Nachdem sie dort abgewiesen wurde, beschließt sie, im Reisebüro um Hilfe zu bitten. „Wenn ich nicht heute fliege, dann eben morgen oder übermorgen“, lautet ihr Plan. Man merkt ihr an: Die 80-Jährige hat schon viel erlebt, so schnell wirft sie nichts aus der Bahn. Doch im Reisebüro trifft sie der nächste Schlag. Die Buchung lief nämlich nicht über sie, sondern über eine Freundin, mit der sie zuvor mal verreist war. Die Anmeldedaten stimmen also nicht. Den Flug zu verschieben ist damit keine Option mehr. Und einen neuen buchen? „Der Flug ist jetzt, wo reisen wieder möglich ist, viel zu teuer“, sagt Schuler.

Am Strand von Rhodos wollte die Münchnerin auftanken. Ihre Reise endete aber beim Einchecken im Flughafen.

Nach zwei anstrengenden Tagen ist das Thema für sie erst einmal beendet. „Man muss die Nerven behalten“, weiß sie. Ihren Traum von den griechischen Inseln will sie sich nun auf anderem Wege erfüllen. Für September hat die 80-Jährige eine Kreuzfahrt gebucht. P. Plesch

Reisen während Corona: Darauf müssen Urlauber achten

Grundsätzlich ist Reisen zwar wieder möglich, doch rät das Auswärtige Amt weiterhin davon ab. Es gibt viel zu beachten: So braucht man zum Beispiel für einen Flug einen negativen Corona-Test, in den meisten Fällen einen international anerkannten PCR-Test. Der darf aber nicht älter als 48 (manchmal auch 72) Stunden sein. Am Flughafen und im Flugzeug gilt Maskenpflicht. In manchen Ländern (zum Beispiel Griechenland und Spanien) muss man sich vor der Einreise online registrieren. Nach erfolgter Anmeldung erhält der Reisende eine Bestätigung mit einem QR-Code, der per E-Mail zugesandt wird. Das kann sogar erst am Reisetag selbst sein! Noch vor dem Abflug muss der Code vorgezeigt werden. Kann bei der Einreise im Urlaubsland kein Code nachgewiesen werden, ist eine Buße von 500 Euro möglich. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Achim Schmidt

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