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Richard Rigan ist tot: Trauer um „Elvis von Schwabing“ - „Es ist so schade“

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Von: Armin Geier

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Der Sänger Richard Rigan ist mit 77 Jahren verstorben.
Der Sänger Richard Rigan ist mit 77 Jahren verstorben. © IMAGO / Michael Westermann

Er war ein Münchner Urgestein: Richard Rigan. Jetzt ist die Schwabinger Rock-Legende mit 77 Jahren verstorben.

München - Er hat sein altes Schwabing geliebt, besonders das der 70er-Jahre. Und Schwabing liebte ihn! Die zwei passten ja auch perfekt zusammen: beide wild, weltoffen - und ein bisserl widerspenstig. Nicht umsonst wurde Künstler Richard Rigan von allen der Elvis von Schwabing genannt. Sein Live-Club in der Herzogstraße war jahrelang legendär, Treffpunkt der ganzen Szene. Alles Geschichte, alles vorbei! Jetzt trauert München um den Musiker. Denn Richard ist am Donnerstag überraschend verstorben. Mit 77 Jahren. Der laute Rocker - er hat sich ganz leise verabschiedet.

München: Rock-Legende Richard Rigan ist tot

Schon die letzten Wochen wirkte er leicht angeschlagen, erzählen Freunde. „Er versuchte sich aber nichts anmerken zu lassen.“ Donnerstagvormittag geht dann alles ganz schnell: Notruf bei der Ambulanz. Zusammenbruch! Richard wird sofort mit dem Krankenwagen abgeholt - aber vergebens. Schon auf dem Weg in die Klinik stirbt er. Ahnte der Musiker das nahe Ende? Jedenfalls betrauert Ritche, wie ihn seine Freunde rufen, wenige Tage vor seinem Tod das Ableben des großen Gitarristen Jeff Beck im Internet - und schreibt: „Jeff Beck… 78! In meinem Alter wird gestorben, darauf muss auch ich mich einstellen!“

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Günther Sigl (75), Sänger der Spider Murphy Gang, ist tieftraurig über den Verlust. „Der Ritche war ein echtes Original. Der hat den Rock’n’Roll richtig gelebt und geliebt. Wie auch die Wildheit des damaligen Schwabing. Es ist so schade, dass er von uns gegangen ist. Wir haben oft in seinem Club gespielt.“ Nicht nur die Spiders: Ab der Eröffnung im Jahr 1978 geben sich viele Weltstars im Rigan Club, im Herzen Schwabings, die Klinke in die Hand: Mike Oldfield, Amanda Lear, Nina Hagen - um nur ein paar zu nennen. Den United Balls ermöglichte er sogar ihren allerersten Auftritt, weil die noch unbekannte Band versprach, alle Schulfreunde mit in den Club zu schleppen.

München: Schwabinger Urgestein Richard Rigan verstorben

Und natürlich steht auch Ritche selbst immer wieder auf der Bühne. Nach acht Jahren kommt aber das Aus, weil es manchmal einfach zu wild abgeht. Wegen Problemen mit der Nachbarschaft muss der Künstler den Club 1986 schließen. Später wird Richard zugeben, dass ihm das richtig weh tat. „Denn das Schwabing, das wir jetzt haben, ist ein Konzeptschwabing.“ Es gehe nur noch ums „Geschäftemachen“. Diese gelebte Freiheit, das Rebellische, das Schwabing früher auszeichnete - das sei alles „längst vorbei“. Aber Richard ließ sich die Liebe zur Musik dadurch nicht nehmen. Weiterhin trat er in München in Clubs auf, ließ bei Live-Konzerten die berühmte Sau raus: „Ich brauche das halt.“

Das wusste auch sein Spezl, die Blues-Legende Willy Michl. Auch er verabschiedete sich gestern von seinem Musiker-Kumpel im Internet. „Gute Reise, lieber Richard. Alter Freund, mach’s gut. Über den Sternen seh ma uns wieder.“ Und Willy merkt an, dass Richard sicher einen Platz in der Rock’n’Roll-Band des Himmels haben wird. Mit großen Künstlern. Stimmt! Das hat unser Elvis von Schwabing zweifelsohne verdient. Und zwar direkt vorne am Mikro. 

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