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München ringt um den Ring-Tunnel: BMW-Anbindung an die Autobahn bleibt ein strittiges Thema im Rathaus

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Von: Sascha Karowski

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BMW möchte gern sein neues Forschungszentrum an die Autobahn anbinden.
BMW möchte gern sein neues Forschungszentrum an die Autobahn anbinden. © dpa Picture-Alliance / FrankHoermann/SVEN SIMON

Die BMW-Anbindung an die Autobahn sorgt weiter für Streit: Grüne und SPD wollen nun bei einem Koalitionsrat entscheiden, ob im Norden ein Tunnel gebaut wird. Doch auch das Treffen ist strittig.

München - Der Bau eines neuen Tunnels im Münchner Norden bleibt ein strittiges Thema. Im Rathaus ringen Grüne und SPD um eine gemeinsame Entscheidung. Heute soll dazu ein so genannter Koalitionsrat tagen. Ob der stattfindet, ist aber offen. Dem Vernehmen nach ist die Stimmung nicht gerade die beste, weil es in den Sozialen Medien erneut Streit gab.

Tunnel Schleißheimer Straße: BMW möchte sein Forschungszentrum an die Autobahn anbinden

Der Tunnel ist in erster Linie dazu gedacht, das Forschungs- und Innovationszentrum „FIZ Future“ von BMW an die Autobahn A 99 anzubinden. Das ist auch Wunsch des Autoherstellers, denn bis 2050 sollen auf dem Gelände rund 15 000 neue Arbeitsplätze entstehen. Grüne und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag eigentlich darauf verständigt, den Tunnel Schleißheimer Straße nicht weiter zu planen. Die ursprünglich ins Auge gefasste Variante hätte durch das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Hartelholz geführt werden müssen.

Voriges Jahr gab es dann aber neue Überlegungen - auch weil BMW Druck machte. Große Teile der SPD würden einen Tunnel nun befürworten. Die Grünen lehnen das Projekt „Tunnel Schleißheimer Straße“ zwar in der ursprünglich vorgesehenen Variante unter dem Naturschutzgebiet weiterhin ab. Wie es allerdings mit einer Trasse unter dem Hasenbergl aussieht, ist noch zu klären.

Tunnel Hasenbergl in München: So könnte es mit dem Projekt weitergehen

Sollten sich Grüne und SPD zu einem Tunnel durchringen, müsste nicht mal der Koalitionsvertrag geändert werden, weil das Projekt einen neuen Namen „Tunnel Hasenbergl“ erhalten könnte. Denkbar ist aber auch, dass die Grünen bei ihrem Nein bleiben und die SPD den Tunnel mit Stimmen anderer Parteien, etwa der neuen Fraktion aus CSU und Freien Wählern, durchbringt.

Proteste sind absehbar. Greenpeace München ließ am Freitag mitteilen, dass ein Autotunnel der falsche Weg sei, Verkehrsproblem zu lösen. ÖPNV- und Fahrradstreckenausbau würden damit konterkariert. Und das Bündnis „Antikapitalistisches Klimatreffen München“ lädt für 23. April, 13 Uhr, zu einer Kundgebung am Mira-Einkaufszentrum.

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