Bei Rot-Grün scheppert's

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Grünen-Stadträtin Sabine Nallinger.

München - Es knirscht im Gebälk des rot-grünen Rathausbündnisses: Das ist nicht neu, doch diesmal gibt es gleich ein paar Streitthemen, die teils in der Öffentlichkeit ausgefochten werden.

Stichpunkte: die Grünen-Initiative zur Rettung der Schwabinger 7, die Zukunft der Umweltzone, das Urheberrecht der Isarrenaturierung. Die Grünen fühlen sich durch die bundesweiten Erfolge ihrer Partei beflügelt. Die Roten finden, dass der kleine Partner in seinem plakativ zur Schau getragenen Selbstbewusstsein der Bündnispolitik schadet.

Besonders nervt offenbar der Ehrgeiz der potenziellen grünen OB-Kandidatin Sabine Nallinger. Am Montag trafen sich die Fraktionsvorstände zur regulären Koalitionssitzung. Ausgeräumt wurden die Meinungsverschiedenheiten nicht. „Wir haben uns fast ohne Blessuren getrennt“, sagte Grünen-Fraktionschef Sigi Benker ironisch. „Jeder hat dem anderen seinen Standpunkt erklärt.“ Ähnlich der Kommentar von Alexander Reissl (SPD). Er ärgert sich nach wie vor über „die absurden Versprechungen“, die Stadträtin Sabine Nallinger der Bevölkerung zum Neubauprojekt in der Feilitschstraße mache.

So verändert München sein Gesicht

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Dort dürfe auf jeden Fall gebaut werden, ein Erhalt der Kneipe sei unmöglich. Schlimmer: „Diese Debatte gibt doch das Bild ab, als überlasse der Stadtrat die Stadt den Spekulanten!“ Dabei sorge München wie keine andere Stadt für geförderten Wohnungsbau, so Reissl. Die Grünen empören sich, dass SPD-Stadtrat Ingo Mittermaier ihren Antrag zur Umweltzone auseinandergepflückt hat. Mit Recht, ruft Münchens SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann in den Streit. „Die von Frau Nallinger geforderten Verschärfungen“ seien alle Beschlusslage.

Als Affront fassten die Grünen Reissls Antrag zur Weiterführung der Isar-Renaturierung auf, den er mit ÖDP-Einzelkämpfer Tobias Ruff einreichte. Keine Provokation, versichert Reiss: „Herr Ruff hat uns gefragt, ob wir mitmachen.“ Überdies engagiere sich die SPD seit Jahrzehnten für die Fluss-Renaturierung.

BW.

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