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S-Bahn-Ausbau hängt in Warteschleife – wir sammeln die Wünsche der Pendler

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Jürgen Stanke ist S-Bahn-Nutzer, ärgert sich aber oft über verspätete Züge an seinem Heimatbahnhof Ottobrunn. 

Pannen und Verspätungen nerven – und doch weiß jeder: Die S-Bahnen sind unverzichtbar. Unsere Zeitung will auf einem S-Bahn-Gipfel Verbesserungsvorschläge erörtern. Die gibt es für jede Strecke – auch für die S7.

Ottobrunn/Neubiberg Jürgen Stanke (79) aus Ottobrunn ist Rentner und S7-Pendler. Das liegt an seinen Enkelkindern in München, für die er fast jeden Tag „im Betreuungseinsatz“ ist, wie er scherzt. Doch mit der S-Bahn ist er überhaupt nicht zufrieden. Verspätungen seien üblich, klagt er. Oft sind die Züge voll. Stanke ist schon froh, das er nicht weiter draußen wohnt, in Peiß oder Dürnhaar zum Beispiel. „Manchmal fährt dort die S7 einfach durch, um Verspätungen wieder aufzuholen“, berichtet er.

Die S7 ist wie auch andere Linien (zum Beispiel die S8 oder die S2) abschnittsweise eingleisig, allerdings gleich auf beiden Außenästen, sowohl auf der Westseite (Wolfratshausen bis Höllriegelskreuth) als auch im Osten (Giesing bis Kreuzstraße). „Die Verspätungen schaukeln sich daher auf“, sagt Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland. Manchmal schleppe die S7 Verspätungen mit sich, die sie schon auf dem Westast erhalten hat. Kommt sie dann auf dem eingleisigen Stück im Osten an, muss sie in den wenigen Begegnungsbahnhöfen warten, bis der Gegenzug aus dem Süden vorbeigefahren ist. Zahlreiche Bürgermeister entlang der Strecke beklagen das.

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Doch in den aktuellen Ausbauplanungen – nachzulesen auf der offiziellen Bahn-Homepage www.bahnausbau-muenchen.de – taucht die S7 trotz noch 2017 gemachter Versprechungen der Staatsregierung nicht auf. Einzige Ausnahme: die Verlängerung nach Geretsried. Ansonsten: Fehlanzeige. Bei der S7-Strecke im Osten sei ein Ausbau eben „nicht vor 2035“ möglich, das habe er aus den Ministerien oft gehört, sagt Heyland. Doch der Südosten Münchens sei starkes Zuzugsgebiet und brauche einen attraktiven Nahverkehr. „Wir müssen den Ausbau um mindestens zehn Jahre vorziehen“, fordert er, schon allein die Planung habe ja einen „immensen Vorlauf“.

Weite Strecken der S7-Linie sind eingleisig, das erschwert bei Verspätungen den Begegnungsverkehr.

2013 formierte sich die Bürgerinitiative „S7 Ost plus“ (www.S7ost.de), die für den Ausbau trommelt. Auch Stanke ist Mitglied. Die Hauptforderung der Initiative ist deckungsgleich mit dem, was auch die Bürgermeister wollen und 2016 der Münchner Stadtrat forderte: Die Strecke soll ein zweites Gleis bekommen. Platz dafür gibt es, denn die Trasse würde zumeist auf Bahngrund verlaufen. Gemeinden wie Aying waren so schlau, die Trasse schon im Flächennutzungsplan einzuzeichnen – damit der Grund langfristig gesichert ist.

Bahnsteige ab Dürrnhaar südwärts nur 140 Meter lang

Weil jeder weiß, dass das mit dem zweiten Gleis lange dauern wird, gibt es auch Forderungen, wenigstens kleinere Verbesserungen vorzuziehen. So haben die Bahnsteige ab Dürrnhaar südwärts nur 140 Meter Länge – das reicht nur für zwei statt drei S-Bahn-Züge. Störend ist auch das sogenannte „Kopf machen“: Ab Ostbahnhof müssen die S7-Züge in die andere Richtung fahren – der Lokführer also ans andere Gleisende hetzen. Das kostet wertvolle Minuten. Heyland sagt, die Bahn solle doch prüfen, ob sich nicht die S-Bahn-Außenästen autonom betreiben ließen – mit einem Pendelbetrieb auf der Stammstrecke Pasing-Ostbahnhof.

Mancher S-Bahn-Fan blättert frustriert in den Annalen und zieht den sogenannten „Plan 14“ („Langfristiges Rahmenprogramm für den weiteren Ausbau“) der damaligen Bundesbahn hervor. Dort ist der zweigleisige Ausbau bis Höhenkirchen-Siegertsbrunn eingezeichnet. Problem: Der Plan ist Makulatur. Er stammt von 1973, ein Jahr nach Inbetriebnahme der S-Bahn.

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