Krisengespräch mit dem Verkehrsministerium

S-Bahn München: Neue Initiative prescht mit Plan für die Pannen-Züge vor - Inklusive umstrittener Forderung

Eine S-Bahn fährt am 01. Dezember 2011 in München in die Haltestelle Karlsplatz ein.
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Werden die S-Bahn-Züge in München bald länger?

Wann kommt die nächste S-Bahn, vor allem im Störfall? Nach einem Krisengespräch will sich die S-Bahn München eine kontrovers diskutierte Idee ansehen - sie betrifft die Stammstrecke.

  • Eine neue Initiative will das S-Bahn-Netz in München verbessern.
  • Nun gab es ein Krisengespräch mit dem bayerischen Verkehrsministerium.
  • Die S-Bahn hat dabei versprochen, einen umstrittenen Vorschlag zu prüfen.

München - Längere Züge, mehr Ausweichrouten im Notfall, ein 20-Minuten-Takt bis zu allen Endbahnhöfen – Fahrgast- und Naturschutzverbände fordern Verbesserungen für das S-Bahn-Netz. Fahrgäste hätten heute zu wenig Ersatzverbindungen, wenn eine Strecke still stehe, sagt Wolfram Liebscher von der neu gegründeten S-Bahn-Initiative Qualität. Der Initiative gehören unter anderem Aktion Münchner Fahrgäste und der Verkehrsclub Deutschland an.

S-Bahn-Netz in München: Regionalbahnhof an der Poccistraße kommt wohl erst 2028

Konkret vorgeschlagen wird, über den Nordring einen neuen S-Bahn-Ast zwischen Ostbahnhof und Karlsfeld einzuführen. Dieser würde dann auch bei einer Stammstreckenstörung funktionieren. Auch der Südring soll für den Regionalverkehr attraktiver werden – mit einem Halt in der Poccistraße. Allerdings wird sich der Bau eines geplanten Regionalbahnhofs wohl bis 2028 verzögern. Die Initiative fordert ferner, auf allen Linien tagsüber einen 20-Minuten-Takt bis zu den Endbahnhöfen einzuführen.

Stammstrecke München: Umstrittene Forderung - S-Bahn will sie prüfen

Umstritten ist eine weitere Forderung: die Reduzierung der Zugzahl auf der Stammstrecke von 30 auf 24 je Stunde. Dafür sollen die Züge länger werden. Die Initiative erhofft sich dadurch mehr Stabilität im S-Bahn-Netz. Immerhin: die S-Bahn versprach gestern, die Vorschläge zu prüfen.

Die nächsten Schritte, die das bayerische Verkehrsministerium vorbereitet, sind allerdings eher kleinteilig. Es soll im Störfall bessere Fahrgastinformationen geben, gab das Ministerium nach einem Krisengespräch mit der S-Bahn am Donnerstag bekannt. Ab Dezember würden ausfallende Züge an den Abfahrtsanzeigern ausgeblendet und so mehr Platz für die eigentlich wichtige Info geschaffen werden: nämlich wann der nächste Zug fährt. *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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