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Toiletten müssen erst raus: Neue Züge für die S-Bahn kommen frühestens Ende 2023

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Von: Dirk Walter

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Verkehr in München
Eine S-Bahn fährt an der Hackerbrücke an die Haltestelle. Mehr Züge wären in München aktuell durchaus erwünscht. © Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Ende des Jahres sollte die S-Bahn München Verstärkung bekommen: 15 Züge aus Hannover waren angekündigt. Jetzt kommen die Züge bis zu einem Jahr später.

München – Die S-Bahn soll Zuwachs bekommen. Diese schöne Nachricht verkündete Bayerns damalige Verkehrsministerin Kerstin Schreyer im März 2021. 15 Fahrzeuge aus Hannover sollten die Münchner S-Bahn-Flotte verstärken. In Niedersachsen hatte die DB ihren Auftrag zum Betrieb des S-Bahn-Netzes an die Konkurrenz Transdev verloren – dadurch waren die Fahrzeuge übrig. Theoretisch hätte man sie einfach nach München überführen und einsetzen können. Doch die Züge der Baureihe 424, die auf weiten Strecken unterwegs waren und eher Regionalzügen ähnelten, haben Toiletten – die Münchner Züge der verwandten Baureihe ET 423 nicht. Die Toiletten müssen raus, entschied das Management. WCs auf Kurzstrecken sind nicht üblich. Dafür sollten die Mehrzweckabteile beim Umbau vergrößert werden.

Für Ende 2022 waren die Züge angekündigt. Doch aus dem Plan wird erst mal nichts

Für Ende 2022 waren die Züge angekündigt. Doch aus dem Plan wird erst mal nichts. „Unter anderem durch die allgemein vorherrschenden Lieferengpässe“ kam es beim Umbau „zu Verzögerungen“, teilt ein Bahnsprecher auf Anfrage mit. Das erste Fahrzeug werde erst zum Jahreswechsel fertig umgebaut sein. „Die weiteren Umbauten folgen dann zügig sukzessive und werden nach aktuellem Stand noch 2023 abgeschlossen.“ Somit gehe die Münchner S-Bahn davon aus, „dass die modernisierten Fahrzeuge im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2023 in den Einsatz gehen können.“

Bisher halten die S-Bahnen an den Endbahnhöfen häufig mit 40 Minuten Abstand

Spannend wird nun, ob das Verkehrsministerium die Zusage einhalten kann, montags bis freitags einen nahezu durchgängigen 20-Minuten-Takt auf den Außenästen anzubieten. Bisher halten die S-Bahnen an den Endbahnhöfen häufig mit 40 Minuten Abstand. Mehr gibt der Fahrzeugpark der S-Bahn nicht her. Durch den Einsatz der 15 Gebrauchtfahrzeuge, die zu den 238 ET 432 und den 36 ET 420-Zügen hinzu kämen, sollte sich die Fahrzeugsituation aber so entspannen, dass die Taktverstärkung möglich wäre. Auf Anfrage heißt es aus dem Ministerium, die verzögerte Auslieferung werde „keine Auswirkungen auf die ab Dezember 2022 geplanten Angebotsverbesserungen haben“. Allerdings beruft sich das Ministerium dabei auf eine „Auskunft der S-Bahn“.

Speziell die S-Bahnen aus Hannover sollen, wenn sie denn mal kommen, auf den Strecken S2 (Dachau-Altomünster), S4 (Geltendorf-Hauptbahnhof) und S20 (Geltendorf-Pasing-Höllriegelskreuth) eingesetzt werden. Der Grund: Sie sind für den Stammstrecken-Tunnel nicht zugelassen, haben mit 76 Zentimeter eine niedrigere Einstiegshöhe. Man muss also eine Stufe überwinden.

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