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S-Bahn-Pläne sorgen jetzt schon für Unmut - die große München-Liste: „Wieder gewaltig, was da ansteht“

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Von: Dirk Walter

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Bauarbeiter arbeiten an der S-Bahn-Stammstrecke nahe der Donnersberger Brücke in München
Auch 2022 gibt es auf der S-Bahn-Stammstrecke zahlreiche Baustellen. © Matthias Balk/dpa

Die S-Bahn in München war 2021 häufig unpünktlich. Auch 2022 dürfte es für die Fahrgäste Probleme geben. Es stehen viele Bauprojekte auf der Stammstrecke an.

München – Der Baustellen-Fahrplan der S-Bahn verheißt heuer nichts Gutes: Es gibt wieder Stammstrecken-Sperrungen in Serie, an Ostern und Pfingsten sogar fast eine ganze Woche lang. Die Einzelhändler der Münchner Innenstadt sind entsetzt!

Die S-Bahn hat eine lang anhaltende Formschwäche. Nur 92,7 Prozent aller S-Bahnen, so hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft nun im Auftrag des Freistaats ermittelt, waren 2021 weniger als drei Minuten verspätet. 2020 lag der Wert noch bei 95 Prozent. Aufgrund der Störfälleserie im vergangenen Herbst ist der Schlecht-Wert keine wirkliche Überraschung.

München: S-Bahn 2021 noch unpünktlicher als im Jahr zuvor

„Gefühlt ist die Pünktlichkeit noch deutlich niedriger“, sagt der Verkehrs-Experte der Grünen im Landtag, Markus Büchler. Technik, Gleisanlagen, Stellwerke seien teils veraltet oder überlastet. „Ausbau und Modernisierung wurden jahrzehntelang verpennt“, schimpft Büchler.

Mangelnde Bautätigkeit kann man der Bahn 2022 allerdings nicht mehr vorwerfen, wie ein Blick auf den Baustellenkalender zeigt. Erneut gibt es viele Wochenenden, während denen die Stammstrecke ganz oder teils gesperrt wird.

S-Bahn München: Die Termine der Teil- und Vollsperrungen 2022

Bauarbeiten an S-Bahn-Strecken in München – Einzelhandel fürchtet weniger Kunden

Gründe für die Bauarbeiten gibt es viele: Neben der Reparatur bestehender Gleisanlagen wird auch der Neubau der zweiten Stammstrecke angeführt. In diesem Jahr ist der Neubau des Bahnhofs Laim ein Schwerpunkt.

Die Einzelhändler in der Innenstadt hadern mit der Baustellenflut: „Es ist wieder gewaltig, was da ansteht“, sagt Wolfgang Fischer von der Interessenvertretung CityPartner. An den Bau-Wochenenden würden viele Kunden aus der S-Bahn-Region die Innenstadt meiden. Dabei seien die Samstage die umsatzstärksten Tage. Erneut mahnt Fischer, Stadt und Bahn sollten sich etwas einfallen lassen - etwa die kostenlose Nutzung des Ersatzverkehrs an Baustellentagen. Schon 2021 hatte die Bahn diesen Wunsch aber abgelehnt. tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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