Zeitplan steht

Nach Kritik: Bahn verteidigt massive Stammstrecken-Sperren 2021 in München - „Wir bauen unter rollendem Rad“

Zahlreiche Menschen warten am Hauptbahnhof auf eine S-Bahn, nachdem ein Streik den Zugverkehr lahmgelegt hat.
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Warten auf die Münchner S-Bahn (Archivbild)

Wird die S-Bahn-Stammstrecke dieses Jahr an 18 Wochenenden komplett gesperrt? Die Bahn widerspricht vehement - große Einschränkungen stehen dennoch bevor.

  • Der Einzelhandel kritisiert in München* die teilweise Sperrung der Stammstrecke.
  • An der Route über den Hauptbahnhof* soll 2021 an 16 Wochenenden gearbeitet werden.
  • Eine Sprecherin der Bahn lässt den Angriff jetzt nicht gelten.

München - Die Bahn wehrt sich gegen Kritik des Einzelhändlerverband CityPartner, es mit dem Ausmaß an Stammstrecken-Sperrungen in diesem Jahr zu übertreiben. An 16 Wochenenden, erstmals ab dem 5. März, gibt es wegen Arbeiten an der zweiten Stammstrecke* Einschränkungen zwischen Pasing und Ostbahnhof. Zudem ist der S-Bahn*-Tunnel an zwei Wochenenden (Mai und Oktober) komplett wegen Instandhaltungsarbeiten gesperrt (wir berichteten).

„Wir versuchen, Sperrungen in Zeiträume zu legen, an denen weniger Menschen unterwegs sind“, sagte eine Sprecherin. Da blieben nur Ferien, Nächte und eben Wochenenden. Es sei auch nicht möglich, die Instandhaltungs-Wochenenden zu streichen und diese Arbeiten in die Wochenenden zu legen, in denen die S-Bahn-Röhre wegen der Bauarbeiten zur zweiten Stammstrecke ohnehin nur eingeschränkt befahrbar ist.

S-Bahn München: Bauarbeiten an der Röhre „mit mehreren Jahren Vorlauf“ geplant

Das Gegenteil sei der Fall: Während des Instandhaltungs-Wochenendes werde auch weiter an der geplanten neuen S-Bahn-Röhre gearbeitet. Die Sprecherin betonte, die Arbeiten seien „mit mehreren Jahren Vorlauf“ geplant worden und „unerlässlich“. Sie widersprach dem Eindruck, die Stammstrecke werde an 18 Wochenenden komplett gesperrt.

In Wahrheit sei die Stammstrecke an 16 Wochenenden weiter befahrbar, wenn auch sehr eingeschränkt (nur die S 6 fährt komplett durch). „Wir bauen da unter rollendem Rad.“ Dies werde auch in den nächsten Jahren so sein. „Ohne Einschränkungen wird es nicht gehen.“ Über die Dimension von Sperrungen könne sie noch nichts sagen. Mit CityPartner-Geschäftsführer Wolfgang Fischer sei man schon länger im Gespräch.

Dass die Bahn die Planungen revidiert, ist indes nicht zu erwarten – der Zeitplan steht. Bis zu 600 Bauarbeiter sind für die Wochenenden im Schichtbetrieb eingeplant. *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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