Debakel im Berufsverkehr

„Wahnsinn, das S-Bahn-Chaos“: OB Reiter fordert „Verantwortung“ von CSU

Wartende Reisende in München (Symbolbild).
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Wartende Reisende in München (Symbolbild).

Chaos auf ganzer Linie: Stundenlang steht die S-Bahn auf der Münchner Stammstrecke still - mal wieder. OB Dieter Reiter findet deutliche Worte.

  • Für zigtausend Pendler begann der Donnerstag im absoluten Chaos.
  • Mitten im Berufsverkehr herrschte Stillstand auf der Münchner Stammstrecke.
  • Die Geduld vieler Pendler ist am Ende.

München - Für Zigtausende Pendler hat der Tag gestern im Chaos begonnen und geendet. Schon im morgendlichen Berufsverkehr herrschte Stillstand auf der Stammstrecke. Ein technischer Defekt legte den S-Bahn-Verkehr für fast vier Stunden weitgehend lahm! Erst nachmittags lief alles wieder einigermaßen im Takt – als dann wieder eine Panne den S-Bahn-Betrieb für gut zwei Stunden störte. Passgenau am Abend, mit vielen Pendlern. 

Frei nach Willy Astor: Debakel im Berufsverkehr! Das sorgt für Ärger bis in die Stadtspitze. OB Dieter Reiter (61, SPD) schimpft: „Wahnsinn, das ­S-Bahn-Chaos heute den ganzen Tag!“ Die CSU müsse in der Staatsregierung in Sachen ­S-Bahn „endlich ihre Verantwortung ernst nehmen“ und sofort handeln.

Stellwerkstörung auf der Stammstrecke - brechend volle Bahnsteige

Am Donnerstag gegen kurz vor neun Uhr brach das Chaos aus. Wegen einer Stellwerkstörung am Ostbahnhof fuhren auf der Stammstrecke zwischen Hauptbahnhof und Ostbahnhof keine Züge mehr, sie wendeten vorzeitig. Nur die S6 Richtung Tutzing begann und endete am Isartor. Auch Regionalzüge waren betroffen. 

Die Bahnsteige waren brechend voll, die Fahrgäste genervt. Vor allem ausbleibende oder widersprüchliche Informationen brachten die Pendler auf die Palme. Eine S-Bahn-Sprecherin beteuerte aber: „Sobald das Ersatzkonzept steht, laufen die Informationen dazu auf allen unseren Kanälen. Wir bitten um Verständnis, dass die Informationslage zu Beginn einer Störung noch unklar sein kann.“ 

Die Bahn setzte teilweise Busse ein, um die Menschenmassen zu U-Bahnstationen zu bringen. Doch die Kapazitäten reichten nicht. „Es geht darum, ad hoc Möglichkeiten zu schaffen und die sind zum Teil auch begrenzt“, sagte die Bahn-Sprecherin.

S-Bahn-Chaos in München: Kritik vom Fahrgastverband „Pro Bahn“

Erst gegen Mittag meldete die Bahn, dass die Störung behoben sei. Doch es kam bis in den Nachmittag zu Ausfällen und Verspätungen. „Ursache für die Störung war ein technischer Defekt im Rahmen von Arbeiten an den elektrischen Anlagen im Stellwerk am Ostbahnhof“, erklärte die Sprecherin. Dessen Erneuerung sei bis 2023 geplant. 

Die Arbeiten am Stellwerk seien längst überfällig, kritisiert indes Andreas Barth vom Fahrgastverband Pro Bahn. Man habe schon Ende der 1990er-Jahre darüber diskutiert, die alte Technik zu ersetzen. Passiert sei nichts. „Weil die Politik sich auf die zweite Stammstrecke fokussiert, sitzt man alle anderen Themen aus – zu Lasten der Fahrgäste!“

Daniela Schmitt

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