Bundestagsanfrage

Bittere Statistik für S-Bahn München: Züge kommen immer unpünktlicher - schlechter schneidet nur eine Stadt ab

Eine S-Bahn in München fährt aus einem Tunnel.
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Eine S-Bahn in München fährt aus einem Tunnel.

Jede elfte S-Bahn in München kommt über sechs Minuten zu spät. Die Züge im S-Bahn-Netz werden immer unpünktlicher. Schlechter schneidet nur eine Stadt ab.

  • Jede elfte S-Bahn in München kommt über sechs Minuten zu spät. Das geht aus einer Antwort auf eine Bundestagsanfrage der Grünen hervor.
  • Die Züge im S-Bahn-Netz werden immer unpünktlicher.
  • Schlechter schneidet nur noch Frankfurt ab.

München* - Pünktlichkeit und die Münchner S-Bahn? Oh mei! Was viele Münchner Pendler einfach nur noch in einem gequälten Seufzer zusammenfassen, hat das Bundesverkehrsministerium jetzt auch in Zahlen dokumentiert. In einem bundesweiten Vergleich zeigt sich Schwarz auf Weiß, wie weit die Realität vom Fahrplan abweicht. Konkret: Zu den Stoßzeiten kamen im Jahr 2019 nur 90,9 Prozent der Münchner S-Bahnen pünktlich. Das heißt im Umkehrschluss: Jede elfte S-Bahn in München hat Verspätung! So geht es aus der Antwort auf eine Bundestagsanfrage der Grünen hervor. Schlechter schneidet nur noch Frankfurt ab – und Verspätungen unter sechs Minuten wurden nicht mal mitgezählt.

Die Münchner S-Bahn war gemäß dieser neuen Werte 2019 unpünktlicher als bisher angenommen. Denn im Januar hatte das bayerische Verkehrsministerium Zahlen vorgestellt, nach denen der Anteil pünktlicher Züge 2019 bei 93,8 Prozent lag (tz berichtete). Vermutlich wurde hierbei allerdings der gesamte Tagesverlauf – also auch ruhige Phasen, zum Beispiel am späten Abend – betrachtet. Doch auch bei dieser Zählweise kommt die Deutsche Bahn selbst nur auf einen Wert von 93,1 Prozent – 0,7 Prozentpunkte weniger als das Verkehrsministerium.

S-Bahnen in München sind über die Jahre immer unpünktlicher geworden

Auffällig ist außerdem, dass die Münchner S-Bahnen über die Jahre immer unpünktlicher geworden sind. Während 2017 zu den Stoßzeiten noch 94,3 Prozent der Züge zur richtigen Zeit in die Bahnhöfe einfuhren, waren es 2018 nur noch 91,8 Prozent.

Ein Bahnsprecher betont auf Anfrage, es werde „intensiv an Verbesserungen für das System“ gearbeitet. „Zentraler Punkt ist die Stammstrecke, die wie das gesamte System ursprünglich nicht für die Kapazitäten einer hochdynamisch wachsenden Großstadt gebaut worden ist.“ Entlastung soll die zweite Stammstrecke bringen. Die Einzäunung der ersten Stammstrecke habe „die Anzahl von Personen im Gleis an dieser neuralgischen Stelle spürbar nach unten geschraubt“. Auch die Ausstattung der Tunnelbahnhöfe mit „Luftballon abweisenden Decken“ wirke. Immer wieder landen laut Bahn nämlich Ballons in den Oberleitungen und stören den Betrieb. Einstiegslotsen an hochfrequentierten Bahnhöfen, Züge mit größeren Türen und die digitale Früherkennung bei Weichenverschleiß sollen den Betrieb ebenfalls reibungsloser machen. - L. Birnbeck - Erfahren Sie bei tz.de* alles zum Hauptbahhof München*.*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Ein junger Mann aus München hat mit einer mehr als unbedachten Aktion für Ausfälle im Zug- und S-Bahn-Verkehr gesorgt.

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