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Am Rande der Corona-Demos: Münchner bepöbelt Reisende - als er sich provoziert fühlt, wird es gefährlich

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Von: Katharina Haase

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Reichsbürger
Ein Mann hält ein Heft mit dem Aufdruck „Deutsches Reich Reisepass“ in der Hand. © Patrick Seeger/dpa/Archivbild

Ein Mann ist am Rande der Corona-Demos in München durch Reichsbürgerparolen aufgefallen. Als andere Reisende ihn ansprachen, zückte er ein Messer.

München – Weil er andere Reisende mit einem Messer bedrohte, ist ein 34-jähriger Mann in München am Mittwochabend, 29. Dezember, von der Bundespolizei festgenommen worden. Gegen den Münchner wird nun ermittelt.

Wie einem Bericht der Bundespolizei zu entnehmen ist, kam es aufgrund der für den Abend angekündigten Corona-Demonstrationen zu einem Großaufgebot der Polizei in der Innenstadt, an welchem auch Beamte der Bundespolizei beteiligt waren. Gegen 20.30 Uhr meldeten schließlich Reisende an der S-Bahn-Haltstelle Isartor der Polizei eine Bedrohungssituation, bei der der oben genannte 34-Jährige aus der Maxvorstadt andere Reisende am Bahnsteig mit einem Messer bedroht habe.

München: Mann bedroht Reisende am Isartor mit Klappmesser - zuvor wird er bereits anderweitig auffällig

Der Mann war den Beamten kein Unbekannter: Bereits eine Stunde zuvor war er am Hauptbahnhof mit Äußerungen aufgefallen, die der Reichsbürgerszene zuzuordnen sind. Er war deshalb des Platzes verwiesen worden. Wie die bisherigen Ermittlungen ergaben hatte der Mann daraufhin an der S-Bahn-Haltstelle im Hauptbahnhof zunächst einen 15- und schließlich einen 37-Jährigen unabhängig voneinander bepöbelt und ihnen vor die Füße gespuckt. Der stark alkoholisierte Mann, der circa zwei Promille Alkohol im Blut hatte, stieg schließlich in die S7 Richtung Ostbahnhof. Dort verfolgte er den 37-Jährigen, bis dieser ihn aufforderte, das zu unterlassen. Daraufhin zückte der 34-Jährige sein Klappmesser und bedrohte die Anwesenden. Ein Beamter der Bundespolizei, der durch Anwesende auf die Situation aufmerksam geworden war, nahm den Mann schließlich fest. Auf dem Weg zur Wache zeigte er gegenüber den Beamten unter anderem auch den „Hitlergruß“.

„Hitlergruß“ und Reichsbürgerparolen: Mann in München bedroht Reisende - Polizei nimmt ihn fest

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Aufgrund der Abreisephase nach den Aufmärschen in der Innenstadt war das Reiseaufkommen an den S-Bahn-Haltepunkten sehr hoch, sodass es sehr viele Zeugen des Geschehens gab. Einige meldeten sich demnach umgehend bei der Polizei, und trugen so zur Ermittlungsarbeit bei. Der 34-Jährige konnte am Abend nach einem Unterbindungsgewahrsam wieder entlassen werden, muss sich aber nun wegen Beleidigung, Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz sowie Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten.*tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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