Antrag von Grünen und SPD

Gastro jubelt: Stadtrat plant Ausnahme für Schanigärten - doch es könnte Konflikte mit Weihnachtsmärkten geben

Christian Ohlman vom Trachtenvogl mit einem Schanigarten.
+
Christian Ohlman vom Trachtenvogl vor seinem Schanigarten.

Schanigärten in München sollen bis Ende November offen bleiben. Das wünschen sich Grüne und SPD. Insgesamt erfreut sich die Idee zunehmender Beliebtheit.

München – Die Schanigärten in München* werden gut angenommen. Wer es nicht glaubt, kann Christian Ohlmann fragen. „Die Leute kommen gern und bleiben auch bei schlechterem Wetter“, sagt der Inhaber des Café Trachtenvogl an der Reichenbachstraße. Und zum draußen Verweilen bleibt nun mehr Zeit.

Grüne/Rosa Liste und SPD/Volt möchten Schanigärten, Stadtterrassen und ökostrombetriebene Heizstrahler ausnahmsweise in diesem Jahr bis Ende November erlauben. Voraussetzung dafür ist, dass es keine Konflikte mit Weihnachtsmärkten gibt, die bereits Ende November starten können. Ein Antrag für den Kommunalausschuss am 12. Oktober ist gestellt, eine Mehrheit gilt als sicher. Mit den vier zusätzlichen Wochen wollen die Stadträte die Verluste, die den Wirten in der Corona*-Pandemie entstanden sind, zumindest ein wenig ausgleichen.

Schanigärten in München: Zusätzliche Plätze jedes Jahr zwischen April und Oktober

Das war auch der Hintergrund für den ursprünglichen Beschluss des Stadtrates*. Der hatte im Mai 2020 die Schanigärten für die coronageplagten Gastronomen erstmals beschlossen. Im September verlängerte das Gremium die zusätzlichen Freischankflächen bis zunächst 31. März 2021. Im Mai wiederum entschied der Stadtrat, dass die Freischankflächen jedes Jahr von April bis Oktober öffnen dürfen. Die Stadtterrassen wurden auf Antrag der Rathauskoalition im Juni genehmigt.

Dass die Idee gut angenommen wird, belegen auch die Zahlen der Verwaltung. 2020 waren durch die Schanigärten und die Erweiterung der Freischankflächen etwa 8700 neue Plätze im Freien geschaffen worden, dafür mussten 1037 Parkplätze im Stadtgebiet weichen. In diesem Jahr sind 681 Schanigärten genehmigt, dadurch entfallen 1462 Parkplätze. Inklusive der Erweiterung der Freischankflächen sind mehr als 11.000 zusätzliche Gastplätze geschaffen worden.

Grünen-Stadträtin Gudrun Lux: „Gemütlichkeit statt parkender Autos“

„Die Schanigärten gehen heuer in die Verlängerung“, sagt Grünen-Stadträtin Gudrun Lux. „So bleibt auch in den Herbstferien und darüber hinaus noch mehr Platz, um draußen zu verweilen.“ Die Ansteckungsgefahr sei niedriger, die Gastronomie könne insgesamt mehr Sitzplätze anbieten. „Und einen Monat länger gehört öffentlicher Raum der Gemütlichkeit und nicht nur parkenden Autos.“

Doch gerade mit parkenden Autos gibt es mitunter Konflikte, weil der Irrglaube entstanden ist, Fahrer könnten Fahrzeuge an den Schanigärten, in zweiter Reihe abstellen. Das sei zwar grundsätzlich erlaubt, wie ein Stadt-Sprecher auf Nachfrage erklärt. Allerdings nur, wenn damit keine Behinderung verbunden ist. „Wenn der verbleibende Fahrweg wegen der parkenden Fahrzeuge zu schmal wird, werden im Einzelfall Verwarnungen in Höhe von 20 Euro ausgestellt.“

SPD-Vize Christian Vorländer: „Noch mehr Leben in den Straßen“

SPD-Vize Christian Vorländer zieht insgesamt ein positives Fazit. „Die Schanigärten haben noch mehr Leben in die Straßen gebracht.“ Sie unterstützen die schwer gebeutelte Gastronomie, die sich gerade von den langen Lockdown-Monaten erholt. „Wir wollen Schanigärten und Stadtterrassen daher um einen Monat verlängern und auch die ökostrombetriebenen Heizstrahler einen Monat länger – damit Münchner* weiter draußen sitzen können.“

Das funktioniere im Übrigen auch prima ohne Heizpilze, sagt Ohlmann. „Ich habe sie vor einigen Jahren schon abgeschafft, weil ich es nicht mehr eingesehen habe, die Luft zu heizen.“ Decken, sagt er, seien völlig ausreichend. *tz.de und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare