Jetzt kann es endlich losgehen

Bürokratie-Wahnsinn um Münchner Bistrobesitzer: Was geschehen musste, damit er einen Schanigarten betreiben darf

Zwei Autos stehen vor einem Haus
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Die Be- und Entladezone vor dem Bistro „Ambar“ von Gianluca Massa wurde jetzt endlich verlegt. Schon bald kann er seinen Schanigarten eröffnen. (Archivbild)

Nach wochenlangem Kampf mit der Bürokratie ist die Ladezone vor seinem Laden verlegt worden und Gianluca Massa kann endlich seinen Schanigarten eröffnen.

München - Es war ein harter Kampf, den der Bistrobesitzer Gianluca Massa in den vergangenen Wochen zu bestreiten hatte. Wie tz.de bereits berichtete, möchte er für seine „Ambar“ an der Tegernseer Landstraße 25 einen Schanigarten aufmachen. Das Problem bei dem Ganzen: Der Streifen vor seinem Laden ist als Be- und Entladezone ausgewiesen.

Der Gastronom aus Giesing beantragte deshalb im März eine Verlegung der Zone, der der Bezirksausschuss Obergiesing-Fasangarten in einer Sitzung zustimmte. Das war am 11. Mai. Knapp einen Monat später, Mitte Juni, bekam Massa dann endlich die Bestätigung, dass die Zone tatsächlich verlegt wird und er jetzt darauffolgend seinen Schanigarten eröffnen kann. Doch was ist in der Zwischenzeit passiert?

Kampf um den Schanigarten: Bezirksausschuss leitete Schreiben an das Mobilitätsreferat weiter

Nach der positiven Entscheidung des Bezirksausschusses leitete dessen Verwaltung in der Nachbearbeitung am 17. Mai das Schreiben an das Mobilitätsreferat weiter. Das hatte eine verkehrliche Bewertung des Ganzen zu machen. Bei einer Nachfrage von tz.de beim Referat kam es Ende Mai allerdings zu einigen unklaren Aussagen.

Die Pressesprecherin schrieb damals, dass das Mobilitätsreferat „aus verkehrlicher Sicht am thematisierten Standort grundsätzlich eine Lade-/ Lieferzone für sinnvoll“ hält. Voraussetzung für die Verlegung einer Lieferzone sei zunächst ein Beschluss des Bezirksausschusses. Der hätte das Entscheidungsrecht. Doch diese besagte Sitzung fand bereits am 11. Mai statt, was die Verwaltung des Bezirksausschusses auch bestätigte.

Gianluca Massa, Besitzer der „Ambar“, kann nach wochenlangen Ringen mit der Bürokratie einen Schanigarten vor seinem Bistro eröffnen.

Bürokratie-Wahnsinn um Münchner Bistrobesitzer: Mehrere Anfragen bei zuständigen Behörden

Bei einer weiteren Nachfrage an das Mobilitätsreferat, mit der Schilderung der bisher gesammelten Aussagen erklärte die Pressesprecherin „dass das Mobilitätsreferat das KVR über die verkehrliche Bewertung informiert hat“. Nun obliege es der Bezirksinspektion (KVR), über die Genehmigung zu entscheiden.

Soweit so gut. Gianluca Massa schilderte dann am 9. Juni, dass er selbst beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) angerufen hat. Dabei kam allerdings Erstaunliches heraus. „Sie haben mir mitgeteilt, dass die Bewertung des Mobilitätsreferates fehlt“, erzählte Massa. Zur Erinnerung: Nach Aussage des Mobilitätsreferates war die Bewertung schon erfolgt.

Laut einer weiteren Nachfrage beim KVR wartete man tatsächlich auf die schriftliche Bestätigung aus dem Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt. Dessen Pressestelle erklärte daraufhin am 15. Juni, dass es näheren Abstimmungsbedarf zwischen ihnen, dem KVR und dem Baureferat gegeben habe.

Nach wochenlangem Kampf: Ladezone wird verlegt und Bistrobesitzer darf Schanigarten eröffnen

Ein paar Tage später bekam Ginaluca Massa dann endlich die freudige Mitteilung: Die Ladezone wird verlegt, allerdings nur unter einer Bedingung. Er muss circa 500 Euro dafür zahlen. „Sie sagten mir, dass die Verlegung zwar möglich war, aber nicht notwendig“, erklärt Massa. „Das Ganze wurde also in meinem Interesse gemacht.“ Am 22. Juni verlegten laut dem Bistrobesitzer die Mitarbeiter des Bauhofs schließlich die Schilder und damit die Ladezone.

Nach wochenlangen Hin und Her ist der Bistrobesitzer glücklich und zufrieden. „Es hat so lange gedauert“, sagt er. „Aber jetzt habe ich endlich die Genehmigung bekommen und darf anfangen, meinen Schanigarten aufzubauen.“ Genaue Daten für die Wiedereröffnung hat Gianluca Massa noch nicht, da ein paar Tage für den Aufbau des Gartens drauf gehen. „Geplant habe ich zumindest ab dem 5. Juli.“ (ly)

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