Quant nach 16 Jahren im Ruhestand

München schickt das größte Polizeipferd in Rente

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Nach 16 Jahren im Polizeidienst geht Quant, Deutschlands größtes Polizeipferd - hier mit seinem letzten Reiter, Norbert Schraml (links) und Michael Schulz -, in Rente.

München - Der durch seine Größe deutschlandweit bekannte Wallach Quant wird die Polizeireiterstaffel, kurz vor seinem 21. Geburtstag, nach 16 Dienstjahren verlassen.

München schickt Quant in Rente: Der pechschwarze Wallach hat ein Stockmaß - so wird die Widerristhöhe genannt - von 1,92 Meter und gilt damit als das größte Polizeipferd Deutschlands.

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Der aus bayerischer Zucht stammende Quant wurde im Alter von fünf Jahren für den Polizeidienst erworben. Nach seiner Ausbildung entwickelte er sich rasch zu einem der sichersten und nervenstärksten Einsatzpferde der Münchner Polizei-Reiterstaffel. "Wenn Quant mit seinem Reiter im Einsatz war, zum Beispiel bei Fußballspielen oder Umzügen, wurde das ohnehin schon beeindruckende Erscheinungsbild der Polizeireiter nochmals gesteigert", schreibt die Polizei in einer Pressemitteilung. 

Trotz seiner imposanten Erscheinung ist Quant ein ausgesprochener Sympathieträger. Immer wieder kamen während Einsätzen Passanten auf seine Reiter zu und fragten nach dem Namen des Pferdes und ob sie ein Foto machen dürften. Auf diese Weise kommen die Polizeireiter schnell mit den Bürgern ins Gespräch.

2009 hatte Quant während einer Streife im Englischen Garten einen schweren Unfall. Er stolperte und riss sich die sogenannte oberflächliche Beugesehne vorne links komplett ab. Eine solche Verletzung ist grundsätzlich nicht heilbar und führt normalerweise zum Einschläfern des Pferdes. Bei Quant wurde jedoch ein tiermedizinischer Versuch unternommen, der erfolgreich verlief. Durch eine spezielle Stammzellentherapie gelang es, dass die Sehne wieder vollständig zusammenwuchs und er nach einem Jahr Rekonvaleszenz wieder voll einsatzfähig war.

Mittlerweile haben sich bei Quant jedoch zusätzliche Krankheiten eingestellt. Bei dem Senior wurde ein leichter Herzfehler festgestellt, zudem leidet er unter einer Stoffwechselkrankheit, wegen der er täglich Medikamente nehmen muss. Ausschlaggebend für seine „Versetzung in den Ruhestand“ ist ein Fehltritt von Quant im November 2013, wobei er sich eine Sehne überdehnte. Diese Verletzung heilt nur sehr langsam aus, so dass eine vollständige Einsatzfähigkeit bei dem 21-Jährigen nicht mehr zu erwarten ist.

Glücklicherweise wurde die Polizei-Reiterstaffel bei der Suche nach einem geeigneten Gnadenhof fündig. Das Tierhospiz „Hof Elise e.V.“ hat in der Vergangenheit schon vier ehemalige Polizeipferde aufgenommen. Quant bekommt dort eine Box, die noch größer als seine dienstliche Doppelbox ist, so dass er optimal untergebracht ist.

Das Tierhospiz „Hof Elise e.V.“ ist der Reiterstaffel als hervorragend geführtes Tierasyl bekannt. Dem Betreiberehepaar wurde im Jahr 2011 der Tierschutzpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit für besondere Verdienste um den Tierschutz verliehen.

Am Donnerstag wurde Quant in Anwesenheit seiner beiden letzten Reiter von der Reiterstaffel an das Tierhospiz „Hof Elise e.V.“ übergeben.

mm

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