Bume-Beyerle sucht Mitarbeiter

Personal-Not im KVR: Schlange wird immer länger

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Seit Jahren ein vertrautes Bild: Bürger stehen vor und im KVR Schlange. Tendenz steigend!

München - Dr. Wilfried Blume-Beyerle wird der stets wachsenden Schlange vor und im KVR nicht mehr Herr. Neue Öffnungszeiten entlasteten nicht. Auch neue Stellen brachten nichts. Jetzt will die Rathaus-SPD mit neuen Tricks für Entspannung sorgen.

Wer derzeit in den Bürgerbüros, dem KVR oder der Führerscheinstelle vorstellig wird, der muss enorm viel Geduld mitbringen: Die Wartezeiten für neue Papiere betragen locker drei Stunden. Wer auf Post vom KVR wartet, muss sogar mitunter ein halbes Jahr darauf warten. Der Grund: der notorische Personalmangel in der Ordnungsbehörde bei gleichzeitig enorm wachsenden Bürgerkontakten. Über 450 000 Münchner wurden heuer in der ersten Jahreshälfte in den KVR-Stellen vorstellig, im ersten Quartal waren es 20 000 mehr als 2013, im zweiten Quartal wuchs die Zahl nochmals um 26 000. „Der stetige Zuzug und die hohe Umzugsrate innerhalb der Stadt verursachen einen enormen zusätzlichen Aufwand“, so KVR-Chef Blume Beyerle.

„Das Problem ist, dass das Personal so sehr mit dem Publikumsverkehr beschäftigt ist, dass es keine Zeit für die Abarbeitung hat“, so KVR-Personalratsvorsitzende Katharina Philipp zur tz. „Hinzu kommt ein hoher Krankenstand.“ Die Folge: 15 000 Meldevorgänge sind liegen geblieben, das sorgt später für Chaos bei der Steuererklärung. Und 4000 Briefe stehen außerdem aus.

Zwar hat der Stadtrat 92 neue Stellen geschaffen. „Die konnten aber nicht mal zur Hälfte besetzt werden“, so Blume-Beyerle. Zum einen dauert die Ausbildung drei Jahre, zum anderen ist der Öffentliche Dienst für viele nicht attraktiv genug. Blume-Beyerle will die Qualifikationen herunterschrauben. Die Rathaus-SPD fordert eine Vereinfachung von Verwaltungsvorgängen, so soll die Parklizenz künftig statt für eines für zwei Jahre gelten. Außerdem soll die Vergütung für Mitarbeiter städtischer Stellen mit großem Publikumsverkehr verbessert werden.

J. Welte

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