München bleibt weitgehend verschont

Wenn der Park zum See wird: Schneeschmelze und Wassermassen sorgen für gefährliches Wetterphänomen

Ein Kind steht war eingepackt in einem Schmelzsee in einem Park.
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Kalte Füße? Egal! Luca (fast 3) watet am Bavariapark im Eissee aus Schmelzwasser.

Nach dem Schnee kam der Regen - und damit entstand so mancher Schmelzsee. Für die Kleinen ein großer Spaß, die Feuerwehr musste jedoch bayernweit mehrmals ausrücken.

München - Bis zu den Knien steht der kleine Luca (fast 3) im Wasser. Normalerweise ist hier im Bavariapark eine große Wiese - aber das Tauwetter hat die Schneemassen zu einem riesigen See schmelzen lassen, und der Regen tat sein Übriges. In der ganzen Stadt haben sich am Wochenende eisige Schmelzseen gebildet, und auch an der Isar und der Würm stand das Wasser höher als sonst.

Harmlos und schön anzusehen - im Gegensatz zu anderen Teilen Bayerns. Bislang geht in München* keine Gefahr von den Wassermassen aus. „Von Hochwasser kann man im Moment nicht sprechen“, erklärt ein Sprecher der Branddirektion München. „Der Wasserstand an der Isar liegt im Moment bei 128, an der Würm bei 47 Zentimetern - für uns als Feuerwehr* relevant wird es erst ab 240 und 100 Zentimetern.“ Am Kabelsteg und am Flauchersteg bewunderten Spaziergänger am Wochenende die Fluten, auch in den Senken in vielen Grünanlagen und Parks hatten sich die Wassermassen gesammelt.

Kraft der Fluten: Spaziergänger konnten am Wochenende am Flauchersteg den hohen Wasserstand der Isar bewundern .

Wassermassen in München: Schnee durch Dauerregen und milde Temperaturen schnell geschmolzen

Wegen des milden Wetters Ende letzter Woche war der Schnee rasant geschmolzen, die Erde aber noch gefroren oder mit einer Eisschicht bedeckt. Und dann kam auch noch der Dauerregen dazu: „So konnte der Boden die Wassermenge nicht schnell genug aufnehmen und es hat sich gestaut. Einsätze gab es aber keine - die Lage war sehr entspannt“, sagt der Sprecher. Zwar könne es bei Hochwasserereignissen auch erst zeitverzögert zwei bis drei Tage später zu einem Anstieg des Grundwasserspiegels und damit zu überfluteten Kellern beispielsweise in der Au kommen: „Aber auch davon gehen wir im Moment nicht aus.“

Die Wetterlage* ist wechselhaft: Am Montag bleibt es überwiegend trocken bei Höchstwerten um 5 Grad, am Abend kann allerdings wieder Regen einsetzen. In der Folge werden die Temperaturen milder - die Werte schnellen dann sogar in den zweistelligen Bereich bei Werten um 11 Grad. Aber: Der Regen begleitet uns voraussichtlich für sechs Tage. Wasser marsch!

Video: Weiter viel Regen bis MItte der Woche erwartet

So sind die Pegel im Umland

Im Münchner Umland sah die Lage schon weniger entspannt aus als in der Stadt: Bei Dorfen (Landkreis Erding) etwa wurden etliche Wege überflutet. Auch in anderen Teilen Bayerns sind durch Schneeschmelze und Regen am Wochenende in vielen Regionen die Hochwasserwarnstufen eins und zwei erreicht worden - bei diesem Pegelstand werden zumeist Felder oder Straßen unter Wasser gesetzt. Mitunter stieg das Wasser auch auf Stufe drei, wie der Hochwassernachrichtendienst des Umwelt-Landesamtes in Augsburg berichtete.

Großflächige Überschwemmungen blieben zum Glück aus. Bei Baunach (Landkreis Bamberg) musste die Feuerwehr am Freitag das Wasser eines übergelaufenen Weihers in einen Bach pumpen. In Rödental (Kreis Coburg) gab es einen Feuerwehreinsatz wegen einer überfluteten Straße. Auch im mittelfränkischen Fürth wurden zwei Straßen wegen Überflutung gesperrt. Immerhin: Laut Lagebericht des Hochwassernachrichtendienst wird sich das Hochwassergeschehen in den betroffenen Regionen nicht weiter verschärfen. (Christina Meyer) *tz.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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