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Schuhgeschäft Görtz macht dicht: Schlussverkauf in der Münchner Fußgängerzone

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Von: Julian Limmer

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Der Schuhhändler Görtz steckt in einer Krise und will fast alle Filialen in München schließen. In der Fußgängerzone läuft bereits der Schlussverkauf.

München - Für den Schuhhändler Görtz ist in der Fußgängerzone bald Schluss: Das Hamburger Handelsunternehmen schließt fast alle seine Filialen in München - darunter auch den Vorzeige-Laden in der Kaufingerstraße. Hier ist noch bis 28. Februar 2023 geöffnet, der Schlussverkauf läuft schon. Auch die Filiale am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) macht zu. Das Geschäft in der Sendlinger Straße hat bereits seit einiger Zeit geschlossen. Nur der Laden in den Stachus-Passagen bleibt den Münchnern erhalten.

Schuhgeschäft Görtz macht dicht - Schlussverkauf in der Fußgängerzone

Der Grund: Das Schuhhandelsunternehmen aus dem Norden steckt schon seit einiger Zeit in einer schwierigen Lage: Unsicherheit, Inflation und steigende Energiekosten hätten die Konsumlust vieler Käufer deutlich getrübt - Görtz setzt das schwer zu. Deshalb leitete das Unternehmen heuer im September ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung ein, um die Geschäfte wieder „robust und zukunftssicher aufzustellen“, wie eine Sprecherin mitteilt. Dazu gehört nun auch: Das Unternehmen sieht sich gezwungen, sich von unprofitablen und teuren Filialen zu trennen. Das betrifft auch die meisten Geschäfte in München.

Die Münchner Filiale von Schuhändler Görtz in der Kaufingerstraße.
Der Schuhhändler Görtz sperrt seine Filiale in der Münchner Fußgängerzone zu. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

München: Görtz in der Krise - Schlussverkauf in der Fußgängerzone

Wie viele der rund 160 Filialen in Deutschland insgesamt zusperren müssen, ist noch unklar. Das Unternehmen befinde sich derzeit weiterhin mit vielen Vermietern in Gesprächen, um über Mietminderungen zu verhandeln. Vieles sei noch „im Fluss“, so die Sprecherin. In München dagegen sind die Entscheidungen schon gefallen - bitter ist das auch für viele Angestellte, die jetzt ihre Jobs verlieren. Für die betroffenen Mitarbeiter habe das Unternehmen jedoch zusammen mit dem Betriebsrat einen Interessensausgleich und Sozialplan vereinbart. Wie viele Mitarbeiter in München gehen müssen, will das Unternehmen nicht sagen.

Für die Münchner Innenstadt sei die Schließung zu verkraften, findet Wolfgang Fischer von CityPartner, dem Verband der Innenstadt-Händler: „Wir haben mit Schuhgeschäften wie Tretter weiterhin Münchner Traditionsunternehmen, die für eine große Vielfalt sorgen.“ (lim)

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