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Schuhbecks neue Strategie: Wie der Star-Koch ein Jahr Zeit gewinnen will – und den Knast umgeht

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Von: Andreas Thieme

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Alfons Schuhbeck
Alfons Schuhbeck, Koch und Unternehmer. © Matthias Balk/dpa/Archivbild

Rechtlich wurde Alfons Schuhbeck bereits Ende Oktober zu einer Haftstrafe verurteilt. Doch der Star-Koch spielt auf Zeit, welche er für die Investoren-Suche verwenden will.

München – Alfons Schuhbeck bleibt stur. Er will seine Haftstrafe in jedem Fall umgehen. Das zeigt sein Antrag vom Freitag: Darin begründete der Star-Koch seine Revision – und tauschte gleichzeitig seine Anwälte aus. Sascha König und Markus Gotzens, beides ausgewiesene Steuerrechts-Experten, hatten Schuhbeck durch seinen Strafprozess begleitet. Doch mit dem Ergebnis hatte der 73-Jährige so nicht gerechnet: Am Ende standen für ihn drei Jahre und zwei Jahre Haft zu Buche. Eine Strafe, die Schuhbeck aber nicht antreten will.

Schuhbecks neue Strategie – mit der den Knast umgehen will

In diesem Sinne ist es nur logisch, dass sich Schuhbeck von seinen beiden Anwälten getrennt hat – und stattdessen einen Spezialisten in sein Team holt: Professor Dr. Ali B. Norouzi gilt als Top-Experte in Sachen Revisionsverfahren. Er vertrat in der Vergangenheit etwa einen Berliner Todesraser und die Familie des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke.

Wie geht es jetzt weiter bei Schuhbeck? Durch den Revisionsantrag muss der Bundesgerichtshof sein Münchner Urteil überprüfen. In der Regel dauert das ein Jahr. Findet der BGH Rechtsfehler im erstinstanzlichen Urteil, müsste der Steuerstrafprozess in München wiederholt werden, dieses Mal aber an einer anderen Strafkammer. Realistisch wäre das nicht vor Sommer 2024.

Stark-Koch hofft auf Investor, der auch seine Schulen übernimmt

Schuhbeck hofft bis dahin einen Investor zu finden, der seinen Gewürze-Handel übernimmt und die Steuerschulden obendrein. In diesem Fall hätte Schuhbeck zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sein Unternehmen liefe weiter – und der Steuerschaden wäre getilgt. Rechtlich würde ihm das zum Vorteil in einem Wiederholungsprozess ausgelegt werden.

Experten glauben jedoch nicht, dass der BGH überhaupt Rechtsfehler finden wird. Der Prozess am Landgericht gab dazu auch wenig Anlass. Schuhbecks schielt offenbar also allein auf den Zeitgewinn – mindestens ein Jahr Vorsprung bringt ihm die Revision. 74 Jahre alt wäre der Star-Koch dann. Einen Grund zur Haftverschonung stellt das jedoch nicht dar. Findet der Bundesgerichtshof keine Fehler und käme es nicht zum Wiederholungsprozess, müsste Schuhbeck also ganz regulär einrücken. Denn: Einen Promi-Bonus gibt es bei der Justiz nicht.

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