Bis Ende der Ferien tut sich nichts

Eltern sorgen sich wegen Lkw-Verkehr direkt vor Münchner Kita und Schule - trotz Grünen-Vorschlag noch keine Lösung

Ein mehrstöckiges Gebäude steht hinter einem Gehweg und einer Grünfläche sowie einem Zaun
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Die Grundschule an der Oselstraße 21: Kinder sind hier auf ihrem Schulweg Gefahren ausgesetzt.

Lastwagen donnern täglich an einer Münchner Grundschule vorbei. Die Eltern wollen die Situation schnellstmöglich entschärfen. Doch das ist nicht so einfach.

München - Der starke Lkw-Verkehr auf der Oselstraße in Pasing* bereitet den Elternbeiräten der dortigen Kindertagesstätte und Grundschule große Sorgen. Auch der Bezirksausschuss (BA) Pasing-Obermenzing* will die Straße schon lange für Lastwägen sperren. Doch die Stadtverwaltung lehnte das bislang ab. Nun soll ein Ortstermin eine Lösung bringen.

Lkw nutzen die Straße immer wieder als Ausweichroute zur Offenbachstraße in Richtung Wensauer Platz und Pasinger Fabrik. Dass die Situation für die Kinder gefährlich ist, gesteht inzwischen auch das Mobilitätsreferat in einem Schreiben an den BA ein. Das Referat schlägt daher einen Ortstermin vor - der nach Ansicht des BA aber nicht in den Ferien stattfinden sollte -, um die Situation besser beurteilen zu können.

Lkw-Verkehr an Grundschule: Verwaltung verweigert bislang Brummi-Verbot

Den Elternbeiräten geht das zu langsam, da dies mögliche Maßnahmen weiter verzögere, wie ein Vater bei der BA-Sitzung ausführte. Christa Stock (FDP) meinte daher, man könne die Straße in einem ersten Schritt doch schon einmal für den Lkw-Durchgangsverkehr sperren und nur Anlieger zulassen. Die Forderung nach einem Lkw-Verbot ist jedoch seit langer Zeit Beschlusslage im BA, wie Sven Wackermann (CSU) erklärte. „Das wurde bislang aber von der Verwaltung verweigert.“

BA-Chef Frieder Vogelsgesang (CSU) hält eine Sperrung mit dem Zusatz „Anlieger frei“ zudem nicht für wirksam, weil dies schwer zu kontrollieren sei. „Wenn, dann bräuchten wir ein absolutes Durchfahrverbot“, sagte er. Das brächte aber auch Probleme für die Anwohner mit sich, wenn sie etwa Möbellieferungen bekämen.

Lkw-Verkehr an Grundschule: Straße soll verschmälert und Abbiegen unmöglich gemacht werden

Die Grünen stellten daher bereits einen Antrag mit alternativen Vorschlägen. So soll die Straße unter anderem mittelfristig auf ihrer gesamten Länge baulich und möglichst durch Baumpflanzungen verschmälert werden. Außerdem soll die Grünfläche am Wensauer Platz so in Richtung Westen verlängert werden, dass der Kfz-Verkehr nicht mehr von der Theodor-Storm- links in die Oselstraße abbiegen kann.

Aber auch die Eltern wollen die Grünen in die Pflicht nehmen und eine sogenannte Bannmeile für den Bring- und Holverkehr einführen. Dadurch sollen die Autos der Eltern aus der Straße gehalten werden - stattdessen sollen die Kinder zu Fuß beziehungsweise autofrei zu ihren Einrichtungen gebracht werden.

Während die Grünen gerne sofort über den Antrag abgestimmt hätten, beschloss die Mehrheit des BA, die Anregungen mit zu dem Ortstermin zu nehmen und den Antrag so lange zu vertagen. „Es macht keinen Sinn, etwas zu diskutieren, bevor wir es nicht mit der Verwaltung besprochen haben“, meinte Sven Wackermann. Der Ortstermin mit dem Mobilitätsreferat soll zeitnah stattfinden, möglichst innerhalb der ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres. (Andreas Daschner) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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