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Saftige Preise zum Schulanfang – So teuer ist die Ausstattung für Münchner Schüler

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Von: Sascha Karowski

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Stifte zum Schulstart.
Für den Schulstart brauchen Schüler ein gut gefülltes Mäppchen, © picture alliance / dpa/Uwe Anspach

Für die nötigen Anschaffungen werden die Eltern der neuen Schüler wegen der Inflation heuer deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als in den Jahren zuvor.

München - Viele Münchner Eltern müssen schon zu Beginn des Schuljahres rechnen – gerade dann, wenn ihre Kinder eingeschult werden. Denn die Preissteigerungen machen sich auch beim Kauf von Materialien für den Schulanfang bemerkbar. Laut Statistischem Bundesamt erhöhten sich die Preise für Schulhefte und Zeichenblöcke um 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für Stifte und Farbkästen sowie für Füller und Füllerpatronen müssen Kunden 5,2 Prozent mehr zahlen. Die Preise für Schulranzen lagen um 4,7 Prozent höher.

München: Probleme in der Papierproduktion sorgen für hohe Preise

„Gründe für die hohen Preissteigerungen bei Schulheften und Zeichenblöcken dürften unter anderem die anhaltende Papierknappheit sowie die zunehmenden Kosten in der Papierproduktion sein“, so die Statistiker.

„Unsere Tochter wird bald eingeschult“, sagt die Münchnerin Verena Kriesel. „Erschrocken sind wir nun doch, als wir gemerkt haben, wie sehr die Preise angestiegen sind. Ich kann mir vorstellen, dass es für viele Familien schwierig wird, all das alleine zu stemmen.“ Die Situation sei auch insofern schwierig, da Eltern verpflichtet seien, alles zu kaufen, was auf Listen vorgegeben ist. Gebraucht werden nicht nur Filz-, Folien- und Wachsstifte, sondern auch Knete, Bastelunterlagen, Schnellhefter und Buchständer.

München: Zum Schulstart geben Eltern im Schnitt zwischen 200 und 299 Euro aus

Einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov für die Online-Handelsplattform Ebay zufolge geben Eltern im Schnitt zwischen 200 und 299 Euro für den Schulstart ihrer Kinder aus. Bei fünf Prozent der befragten Haushalte waren es sogar über 1000 Euro. Für jede vierte Familie ist das eine finanzielle Herausforderung. Für Armutsbetroffene gebe es meist nur eine Lösung: gebraucht kaufen. So gaben insgesamt 13 Prozent der Befragten an, Schulranzen und Federmäppchen aus zweiter Hand zu erwerben.

Viele Dinge für den alltäglichen Schulbedarf können Eltern aber nicht gebraucht kaufen – wie etwa die besonders teuer gewordenen Schreib- und Rechenblöcke. Immerhin: Der Bund unterstützt Eltern, die entweder Wohngeld oder Kinderzuschlag erhalten, mit 156 Euro pro Schuljahr.

Münchner CSU fordert 100 Euro Zuschuss pro Kind

Doch wenn Strom, Gas, Miete und Lebensmittel zeitgleich teurer werden, wird die Inflation bei Schulmaterialien nicht nur für Haushalte mit niedrigem Einkommen zum Problem. CSU und Freie Wähler im Münchner Stadtrat wollen deshalb deutlich mehr Entlastungen – und zwar für alle Eltern. Dazu hat die Fraktion einen Dringlichkeitsantrag für den Feriensenat gestellt. „Wir müssen in der aktuellen Krise darauf achten, dass Kinder und Jugendliche nicht neuerlich zu den Leidtragenden gehören“, sagt CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl. „Wir fordern einen einmaligen Zuschuss pro schulpflichtigem Kind von 100 Euro zu Schuljahresbeginn, um die Mehrkosten für Schulmaterial etwas abzumildern.“ (Sascha Karowski, Yannick Thedens, Christoph Hackl)

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