Kooperationsfriede vorerst gerettet

Pretzl vs. Reissl: Schwarz-rote Friedenspfeife im Rathaus

Die vorigen Wochen im Rathaus waren anstrengend: OB Dieter Reiter (SPD) und Bürgermeister Josef Schmid (CSU) gerieten wegen der Bierpreisbremse und Sicherheitsdebatte aneinander. Richtig persönlich wurde es, als die Häuptlinge der per Kooperationsvertrag verbundenen Fraktionen das Kriegsbeil ausgruben.

München - CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl bezichtigte sein SPD-Pendant Alexander Reissl einer „infamen Lüge“. Laut Reissl hatte Pretzl in einem internen Gespräch die Idee geäußert, zur Finanzierung der gestiegenen Sicherheitskosten auf der Wiesn den Preis für die Maß um 50 Cent zu erhöhen. Das wollte Pretzl nie gesagt haben, darum der Lügen-Vorwurf. Die Folge: SPD und OB Reiter ließen vorige Woche die Montagsrunde platzen, in der sich sonst die Spitzen der Kooperation über die anstehende Woche beraten. Man wollte den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen. Eiszeit im Rathaus.

SPD-Fraktionschef Alexander Reissl

Doch vorigen Freitag packten Reissl und Pretzl die Friedenspfeife aus und unterhielten sich „konstruktiv“, wie es danach hieß. Das Ergebnis: Am Montag trafen sich die Kooperationsspitzen wieder zum Montagsgespräch. Pretzl verlas dort folgende Erklärung: „Stadtrat Manuel Pretzl (CSU) und Stadtrat Alexander Reissl (SPD) haben über die persönliche Konfrontation der letzten Wochen gesprochen. Dabei konnten beide Seiten Missverständnisse ausräumen. Aufgrund des konstruktiven Gesprächsverlaufs nimmt Stadtrat Manuel Pretzl den Vorwurf der Lüge zurück.“ Der Kooperationsfriede ist gerettet – zumindest bis zur Stadtratssitzung am Mittwoch. Pretzl hat einen Antrag für ein Bauprojekt in Harlaching vorgelegt, dem die SPD nicht zustimmen will … 

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl.

Rathaus-SPD zieht Halbzeitbilanz – Kampfansage an CSU

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Familienvater (49) aus München stürzt in den Tod
Familienvater (49) aus München stürzt in den Tod
Deshalb machten die SWM 2016 Millionenverluste
Deshalb machten die SWM 2016 Millionenverluste
Faktencheck: Darum kostet die Wohnungsnot die Stadt Millionen
Faktencheck: Darum kostet die Wohnungsnot die Stadt Millionen

Kommentare