Sturm der Entrüstung

Aberwitzige Aktion der Bahn gegen „schwarzfahrende“ Seniorin: Sie soll jetzt 2,90 Euro zahlen

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Wir berichteten über Hilde H. (80). Sie wehrt sich dagegen, schwarzgefahren zu sein.

Was Hilde H. in der S-Bahn passiert ist, hat unter den Lesern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Wie könne man mit einem ehrlichen Fahrgast so umgehen? „Ein Skandal!“, so der Tenor der Briefe, die unsere Redaktion erreichten.

München - Jetzt hat sich die Bahn erneut bei der 80-Jährigen gemeldet: Man wolle „Kulanz“ walten lassen. Hilde H. kann darüber nur lachen.

Wie berichtet, soll die Seniorin 60 Euro bezahlen, weil sie dem Kontrolleur ihr gültiges Ticket nicht in der S-Bahn, sondern erst nach dem Aussteigen gezeigt hatte – sie hätte sonst ihre Haltestelle verpasst. Ein Fehler, wie ein Bahnsprecher auf tz-Anfrage mitgeteilt hatte. Der Fahrschein sei „unverzüglich“ vorzuzeigen.

Vor ein paar Tagen erhielt die Rentnerin erneut Post von der Bahn. In dem Schreiben betonte eine Sachbearbeiterin der Fahrpreisnacherhebungsstelle, dass Hilde H. „keine gültige Fahrkarte vorweisen“ hätte können. „Das stimmt nicht! Ich habe eine gültige Monatskarte, das hat der Kontrolleur schriftlich auch festgehalten.“ Doch die ursprünglich geforderten 60 Euro muss sie laut dem neuen Brief plötzlich gar nicht mehr bezahlen!

Bahn fordert regulären Fahrpreis

„Aus Kulanz kommen wir Ihnen dieses Mal entgegen und reduzieren unsere Forderungen auf den regulären Fahrpreis“, heißt es wörtlich. Bis 1. März soll Hilde H. jetzt 2,90 Euro überweisen. So viel kostet die Fahrt von Gröbenzell nach Gernlinden, die sie an jenem Tag zurückgelegt hatte. „Dieser Brief ist lächerlich! Ich bin nicht schwarzgefahren und werde deshalb die 2,90 Euro nicht bezahlen!“

Die reduzierte Forderung – für die Rentnerin lediglich ein Versuch der Bahn, „ihr Gesicht zu wahren“.

Daniela Schmitt

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