Zeugen reagieren geistesgegenwärtig

Dramatische Rettungsaktionen an Münchner Badeseen: „Kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke“

In München ereigneten sich viele Badeunfälle innerhalb weniger Tage. Zweimal war die Feuerwehr zufällig schon vor Ort. Was wohl entscheidende Sekunden brachte.

München - Vier Mal wäre es in den vergangenen Tagen fast zu tödlichen Badeunfällen gekommen. Vier Mal waren die Schutzengel an den Münchner Seen aber rechtzeitig zur Stelle. Rettung im Akkord, weil wegen des schönen Wetters* so viele Münchner* zum Baden gingen – und am Ende mehrere von ihnen Hilfe brauchten…

Bade-Unfall am Lußsee in Langwied: Feuerwehrler zufällig vor Ort - Sekunde waren wohl entscheidend

Manchmal sind es nicht nur wenige Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden, sondern auch ein schicksalhafter Zufall. So wie am vergangenen Dienstag, als für die Feuerwehrkameraden Tom Schober (48) und Adrian Hauke (34) Tauchübungen anstanden. Eine Diensteinheit, die die beiden zum Lußsee in Langwied* gebracht hat. Damit waren sie zur genau richtigen Zeit am genau richtigen Ort. Denn als die beiden gerade am Ufer standen, passierte es: „Ich hörte plötzlich eine Frau um Hilfe rufen“, erinnert sich Schober.

Die Frau war mit ihrem Ehemann circa 20 Meter ins See-Innere geschwommen, als dem 62-Jährigen plötzlich die Kraft ausging. Die Feuerwehrmänner reagierten blitzschnell. Schober rannte los, riss sich auf dem Weg das Hemd herunter und sprang über ein Geländer ins Wasser, dicht gefolgt von seinem Kollegen. Als die beiden bei dem 62-Jährigen ankamen, war dessen Kopf bereits 20 Zentimeter unter Wasser.

„Er war bewusstlos“, erzählt Schober von den dramatischen Momenten. Als sie den Mann an Land brachten, war dieser bereits blau angelaufen. Dann keimte Hoffnung auf: „Er hat gehustet, Wasser gespuckt und auch Blut.“ Das zum Glück nicht aus der Lunge des Mannes, sondern von der Unterlippe. Auf diese hatte er sich im Todeskampf gebissen. Die beiden kümmerten sich um den Mann. Bis der Notarzt eintraf, war der Gerettete bereits wieder bei Bewusstsein und ansprechbar. „Ich kriege jetzt noch Gänsehaut, wenn ich daran denke“, sagt Schober. „Fünf Sekunden später wäre es vielleicht schon zu spät gewesen.“

Langwieder See: Feuerwehr München wieder durch Zufall da - Retter zögern nicht lange

Ein Riesenglück, das sich am vergangenen Wochenende tatsächlich wiederholt hat. Denn am Sonntag waren wieder Feuerwehrmänner am Langwieder See – diesmal um Dienstsport zu betreiben –, als die Retter bei einem Badeunfall dringend gebraucht wurden. „Alles schien zunächst sehr ruhig und entspannt“, erklärt ein Sprecher der Feuerwehr. Dann ging über die Leitstelle plötzlich ein Alarm ein. Badegäste hatten zuvor bemerkt, dass ein Schwimmer große Probleme bekommen hat.

Die Feuerwehr-Kameraden zögerten in dem Moment nicht lange, schwammen zu dem Mann und brachten ihn sicher ans Ufer. Der Gerettete musste ins Krankenhaus gebracht werden. „Weshalb der Mann plötzlich gesundheitliche Probleme bekommen hat, ist derzeit noch nicht bekannt“, heißt es von der Feuerwehr*.

München: Jugendlicher ertrinkt beinahe, weil er betrunken war - Frau in Feldmoching hat Schutzengel

Der Konsum von zu viel Alkohol hat wiederum dazu geführt, dass ein Jugendlicher am späten Samstagnachmittag am Lußsee beinahe ertrunken wäre. Er stieg betrunken ins Wasser und schwamm in Richtung Seemitte. „Aufgrund seines Zustandes ging er immer wieder unter“, berichtet die Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes. Glücklicherweise erkannten andere Jugendliche den Ernst der Lage: Sie waren mit SUP-Brettern und einer Schwimminsel unterwegs, konnten den Ertrinkenden darauf ziehen und zum Ufer bringen. Angesichts der dramatischen Lebensrettung appelliert die Wasserwacht an alle Badegäste: „Gehen Sie niemals unter Alkohol-, Medikamenten- oder Drogeneinfluss ins Wasser.“

Ein aufmerksamer SUP-Fahrer war es auch, der am Sonntagabend einer Frau im Feldmochinger See* zur Hilfeeilte. Auch ihr war beim Schwimmen die Kraft ausgegangen. Auch sie hatte einen Schutzengel. (L. Felbinger, N. Hoffmann) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marc Müller

Auch interessant

Kommentare