Waffennarr droht jahrelange Haft

SEK-Einsatz in Gern: Nachbarschaftsstreit eskaliert - Dann greift ein Münchner zum Gewehr

SEK-Kräfte stehen in voller Montur bereit
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Mussten in Gern ausrücken: Die SEK-Kräfte verhafteten einen Waffennarr. (Symbolbild)

In Gern sind zwei Nachbarn in Streit geraten. Schließlich griff ein Mann zu einer Schusswaffe. Die Polizei rückte mit Verstärkung vom SEK an.

München - Dieser Nachbarschaftsstreit ist gründlich eskaliert: Zwei Männer haben sich in einem Wohnhaus in Gern zunächst verbal auseinandergesetzt. Einer der beiden, ein 66-Jähriger, suchte dann wohl nach ausdrucksstärkeren Argumenten und richtete kurzerhand eine Waffe auf seinen etwa 50-jährigen Nachbarn. Was dieser in dem Moment noch nicht wusste: Dabei handelte es sich um ein vergleichsweise harmloses Luftgewehr.

Beide Männer zogen sich anschließend in ihre Wohnungen zurück. Der 50-Jährige rief die Polizei*, die gleich mit mehr als zehn Streifen in Richtung Dantestraße eilte. Wegen der unklaren Lage riefen die Beamten noch das Spezialeinsatzkommando (SEK) zur Unterstützung. Sie mussten zu dem Zeitpunkt damit rechnen, dass eine gefährlichere Waffe im Spiel war. Die Einsatzkräfte versammelten sich zunächst vor der Wohnung des 66-Jährigen und verschafften sich Zugang. Dort konnte der Mann schnell festgenommen werden.

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SEK-Einsatz in München: Waffennarr drohen mehrere Jahre hinter Gitter

Die Beamten untersuchten die Waffe und gaben Entwarnung. Der Mann kam nach erfolgter Sachbearbeitung in ein Krankenhaus. Ihn erwarten Anzeigen wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ihm drohen mehrere Jahre Freiheitsstrafe.

Das SEK kommt bei prekären Lagen zum Einsatz. Die Aufgabe der speziell ausgebildeten Polizisten ist es, Einsätze mit hohem Gefährdungs- und Gewaltpotenzial zu bewältigen. Das SEK rückt aber nicht, wie in diesem Fall, nur bei Festnahmen von gefährlichen Personen aus, sondern auch bei Geiselnahmen, Entführungen und Amoklagen. (S. Mercier) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

In Nürnberg wurden kürzlich zwei Menschen erschossen - Zeugen berichteten von schlimmen Szenen. Nach einem Streit mit zwei Schwerverletzten in Herne machte die Polizei Jagd auf einen Mann mit Tattoo am Hals.

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