tz erklärt: So funktioniert die Versorgung

Wie sicher ist dieses Stromnetz?

Diese Karte zeigt das Stromnetz der Stadt München. Die schwarzen Flächen markieren die Stadtteile, in denen am Donnerstag in der Früh der Strom ausfiel. Die grünen Uhrzeiten zeigen, wann er jeweils wieder komplett zugeschaltet war. ----- KARTE VERGRÖSSERN -----

München - Wie sicher ist das Münchner Stromnetz? Ist der Ausbau der regenerativen Energien schuld am Blackout? Seit Donnerstag stellen sich die Münchner diese Fragen. Die tz erklärt, wie die Energieversorgung funktioniert.

Helge-Uve Braun, Geschäftsführer der SWM-Infrastruktur, weist die Vermutung zurück, die Energiewende könnte am großen Stromausfall schuld gewesen sein. Er sagt: „Das ist so gut wie ausgeschlossen.“ Zwar sorge die wachsende Anzahl der Wind- und Sonnenkraftwerke für Schwankungen. Braun: „Ein plötzlicher Stromstoß, wie er jetzt offenbar die Hälfte des Münchner Netzes lahm gelegt hat, kann dadurch aber nicht entstehen.“

Über das  Heizkraftwerk Nord und das SWM-Umspannwerk Unterföhring werden große Teile der Stadt mit Strom versorgt

Grundsätzlich sei das Münchner Netz engmaschig. Und: „Wenn eine Leitung ausfällt, können wir das normalerweise über eine andere Leitung ausgleichen.“ Allerdings war am Donnerstag auf einen Schlag die Hälfte des Netzes ausgefallen. Das lässt sich mit durchgebrannten Sicherungen vergleichen – und die Reparatur kostet Zeit…

So kam der Strom wieder in die Stadt

So kam der Strom wieder in die Stadt

Die Stromleitungen der Stadtwerke sind insgesamt 12 000 km lang. Der in den eigenen Wasserkraftwerken an der Leitzach und den Uppenbornwerken an der Isar produzierte Strom kommt über Feldkirchen-Westerham und Moosburg in die Stadt. Das Stromnetz in der Stadt selbst ist in einen Nord- und einen Südbereich aufgeteilt. Am Donnerstag fiel der Strom im südlichen Teil aus.

Insgesamt gehören zum Münchner Netz 35 kleinere Umspannwerke, die den Strom an die Endabnehmer verteilen. Hier fielen am Donnerstag zunächst Bogenhausen und Aubing aus, dann folgten die anderen südlichen Umspannwerke.

Über zwei große Umspannwerke (Menzing und Föhring) ist das Stromnetz der Stadtwerke mit dem überregionalen Netz des Leitungsbetreibers TenneT verbunden. Außerdem gibt es noch das Umspannwerk Isarau in Unterföhring, das von E.ON betrieben wird. Dieses Werk verbindet das 110-Kilovolt-Netz der Stadtwerke mit dem von E.ON.

Ist dieses Konstrukt fit für die Zukunft? Oder müssen wir weitere Stromausfälle wie am Donnerstag befürchten? Stephan Schwarz, Versorgungs-Chef der Stadtwerke, kann künftige Blackouts zwar nicht ausschließen, sagt aber auch: „Wir werden dieses Ereignis nutzen, um Schwachstellen zu finden und zu beheben.“

tz

Blackout in München: Chaos nach Stromausfall

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