Pendlerzüge zu BMW

Pendler können auf verbessertes Angebot hoffen: Das sind die neuen Pläne für den Bahn-Nordring

Von Karlsfeld und Moosach soll es bis zum Jahr 2026 eine Verbindung bis zur Knorrstraße geben

Der neue bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) hat am Freitag an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) folgende Botschaft verschickt: „Der Nordring kann kommen“.

Freistaat, Stadt München, MVV und BMW hatten 2017 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Dabei sollte geprüft werden, ob es möglich ist, den Bahn-Nordring für Personenzüge zu ertüchtigen.

Das Ergebnis liegt nach Informationen unserer Zeitung nun vor – und es ist positiv: Die Studie zeigt, dass „als Vorlaufbetrieb“ Pendelzüge von Karlsfeld und/oder Moosach zum Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) von BMW an der Knorrstraße im Münchner Norden möglich sind. „Diese könnten aus heutiger Sicht noch vor der Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke realisierbar sein“. Also vor Ende 2026!

Die Züge müssten über den Güterrangierbahnhof fahren

Die Züge aus Karlsfeld müssten über den Güterrangierbahnhof fahren, was aber wohl kein Problem ist. Die Züge aus Moosach würden über eine Abzweigung auf den Nordring einschleifen. Später könnte der Nordring mit weiteren Bahnhöfen ertüchtigt werden (siehe Grafik).

Der zweigleisige Bahn-Nordring (links): Blick vom Münchner Industriepark nach Westen.

Derzeit fahren auf der rund 30 Kilometer langen, zweigleisigen Strecke nur Güterzüge. Sie zweigt kurz hinter Olching ab und fädelt bei Trudering wieder auf die Hauptstrecke Richtung Rosenheim ein. Den Nordring auszubauen, ist eine alte Idee. Die Freien Wähler hatten das schon vor Jahren gefordert. Auch im Positionspapier „S-Bahn München 2050“ der Landkreise im MVV-Gebiet taucht der Nordring auf. 2017 freundete sich auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU), damals für die Bahn zuständig, mit der Idee an. Er wies darauf hin, dass BMW das nahe gelegene FIZ ausbauen will – zu den heute 20 000 Arbeitsplätzen könnten 15 000 hinzukommen. Daraufhin wurde mit weiteren Beteiligten die Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Nachfolger Hans Reichhart will rasch handeln. Es sollten „schnellstmöglich“ die nächsten Schritte unternommen werden, unter anderem der Bau eines Bahnhofs Knorrstraße – dort, wo sich die Straße mit dem Nord­ring kreuzt. Dazu soll im ersten Schritt die Deutsche Bahn mit den Vorplanungen beauftragt werden.

Ein Bahnhof an der Knorrstraße bietet sich an, da die nächsten U-Bahnhöfe Am Hart und Frankfurter Ring vom Bahn-Nordring ein Stück entfernt sind. Das sei überhaupt das Manko des Nordrings, sagt Andreas Barth vom Fahrgastverband Pro Bahn: Er bietet wenig Verknüpfungsmöglichkeiten mit dem U- oder S-Bahn-Netz.

Den Nordring auszubauen, sei natürlich eine „gute Maßnahme“, sagt Barth weiter. Doch man dürfte keine Wunder erwarten: „Der Nordring bringt eine punktuelle Entlastung für die Arbeitnehmer, bietet aber keine netz-systematischen Vorteile.“

Nach wie vor unverständlich sei, warum nicht auch der Südring in gleicher Weise ausgebaut werde. Derzeit wird zwar ein Regionalbahnhof an der Poccistraße geplant – aber ausdrücklich nicht für S-Bahnen.

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