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Skulptur für den Stachus - Kunstwerk soll vor dem Justizpalast für autofreie Stadt werben

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Von: Phillip Plesch

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Ungewöhnliches Kunstwerk: Der weiße Fiat Panda wird verschluckt – von einem Schlund aus echtem Marmor.
Ungewöhnliches Kunstwerk: Der weiße Fiat Panda wird verschluckt – von einem Schlund aus echtem Marmor. © Djordje Matkovic

Es ist ein echter Hingucker: Die Skulptur, die ein Auto zeigt, das verschlungen wird. Bald soll sie in München sehr prominent platziert werden.

Das war’s, dieses Auto fährt nie wieder. Es steckt fest, und zwar in einem riesigen Stein. Zur Hälfte ist es schon geschluckt – von einem Schlund aus Marmor. Den vorderen Teil des alten Fiat sieht man noch, senkrecht zeigen die Scheinwerfer Richtung Himmel. Das Kunstwerk Autoeater, also Autoesser, gab es im vergangenen Jahr auf dem Areal des Kunstquartiers Ecke Dachauerstraße/Schwere-Reiter-Straße (Neuhausen) zu sehen. Nun bekommt es einen neuen Platz. Die 4,20 Meter hohe Skulptur soll ab nächster Woche Freitag auf dem Stachus, direkt vor dem Justizpalast, aufgestellt werden.

Fast ein Jahr lang hatte sich die Künstlerin Julia Venske dafür eingesetzt. Dafür kämpfte sie sich durch den deutschen Behördenwald und die diversen Referate der Stadt München. Nun soll die Skulptur am Freitag, 23. September, ab den Morgenstunden tatsächlich umziehen.

Der Autoeater stand bereits in den USA

Venske hat den Autoeater mit ihrem Mann, dem Münchner Gregor Spänle, entworfen. Das Künstlerduo erforscht in seiner Arbeit die Interaktion zwischen Mensch, Raum und Skulptur. „Die Skulptur zeigt das Ende einer Ära“, erklärt sie. Das Industriezeitalter sei vorbei, und damit auch die Zeit der Verbrennungsmotoren. Der Schlund ist aus echtem Marmor: 9,6 Tonnen Stein wurden verarbeitet. Bei dem Auto handelt es sich um einen Fiat Panda.

Die ungewöhnliche Installation wurde von dem Künstlerduo im italienischen Carrara geschaffen und stand unter anderem schon drei Jahre in der amerikanischen Stadt Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Dort sollte die Innenstadt nämlich autofreier gestaltet werden – ähnlich wie in München also. Vor dem Justizpalast soll das Werk nun mehrere Monate parken. Wie lang genau, ist noch unklar.

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