Konkurrenzkampf im Speckgürtel

So teuer ist das Umland

München - Immobilien werden nicht nur in München immer teurer. Auch im Umland, dem Speckgürtel, kennt der Markt nur eine Richtung: Die Preise steigen.

Von Freising bis Wolfratshausen und von Fürstenfeldbruck bis Ebersberg steigen die Immobilienpreise. „Wir beobachten eine deutliche Preisentwicklung nach oben im Münchner Umland“, sagt Stephan Kippes, Leiter des Marktforschungsinstitutes vom Immobilienverband Deutschland (IVD), der am Mittwoch den Marktbericht für Wohnimmobilien im Münchner Umland vorgestellt hat. Grundsätzlich ist das Preisniveau im Münchner Umland entlang der S-Bahn-Äste am höchsten. Je weiter man sich von der S-Bahn, den großen Ausfallstraßen und dem ÖPNV-Netz wegbewegt, umso niedriger werden die Immobilienpreise. Eigennutzer und Kapitalanleger stehen immer mehr in Konkurrenz um die Objekte.

Teueres Pflaster Starnberg

Unter den Kreisstädten ist die Stadt Starnberg das teuerste Pflaster. Die Werte bei Eigentumswohnungen (3250 Euro/m²) als auch bei Doppelhaushälften (700 000 Euro/Objekt) liegen fast auf dem Niveau der Stadt München. Einfamilienhäuser sind in Starnberg genauso teuer wie in München (950 000 Euro/Objekt). Vergleichsweise günstig kommen Käufer von Eigentumswohnungen in Erding weg (2100 Euro/m²). In den Kreisstädten Dachau und Fürstenfeldbruck liegen die Preise für Einfamilienhäuser am niedrigsten (493 000 Euro/Objekt). In München oder Starnberg muss man für ein Einfamilienhaus im Schnitt fast doppelt so viel bezahlen. 740 000 Euro kostet eine Doppelhaushälfte im Schnitt in München – 40 000 Euro mehr als in Starnberg. In der Stadt Ebersberg bekommt man für diese Summe zwei Häuser.

Preise in Erding am stärksten angezogen

Die größten Veränderungen im Preisniveau gab es in den vergangenen Monaten in den Kreisstädten Erding und Freising. Gegenüber Herbst 2011 lag der Anstieg bei den Eigentumswohnungen im Frühjahr 2012 in Erding bei 7,7 Prozent, in Freising bei 5,9 Prozent. Der Preis für ein Einfamilienhaus stieg mit 6,7 Prozent ebenfalls am stärksten in Erding. Zum Vergleich: In der Stadt München verteuerte sich ein Einfamilienhaus um 11,8 Prozent. Über einen Zeitraum von drei Jahren sind die Preise am stärksten in Starnberg gestiegen – am schwächsten in Ebersberg.

Immobilien werden weiterhin teurer

„Die Leute zahlen Preise, die weit über dem Wert liegen“, sagt Ingo Gerschlauer, Immobilienmakler in München. Viele Immobilien tauchen mittlerweile weder auf Online-Portalen noch in Zeitungen auf. Sie werden direkt an Interessenten vermittelt, die sich bei den Maklern registrieren lassen. Ein Abschwung ist nicht in Sicht.

„Die Preise werden weiter steigen“, sagt Kippes. Gründe dafür gibt es einige. Die Bevölkerungszahl in der Region zum Beispiel steigt kontinuierlich – entgegen dem bundesweiten Trend. In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete die Stadt München einen Bevölkerungszuwachs um zwölf Prozent, das Umland um acht Prozent. Und der Trend setzt sich fort. Das Bayerische Landesamt für Statistik prognostiziert bis 2030 im Unland einen Zuwachs um durchschnittlich weitere sieben Prozent. Die Ausnahme unter den Landkreisen stellt Starnberg dar. Hier wird eine stabile Entwicklung erwartet.

Parallel steigt der Bedarf an Wohnfläche – auch, weil es immer mehr Singlehaushalte gibt. Weitere Faktoren, die für eine anhaltende Nachfrage sorgen, sind die sinkenden Arbeitslosenzahlen in der Region und die wachsende Kaufkraft. In den Landkreisen Erding ( 2 Prozent Arbeitslosenquote), Freising (2,3 Prozent) und Ebersberg (2,4 Prozent) herrscht praktisch Vollbeschäftigung. Die höchste Arbeitslosenquote hat Fürstenfeldbruck (3,1 Prozent).

Mieten gestiegen – außer in Dachau

Entsprechend den Kaufpreisen sind auch die Mieten im Münchner Umland in den vergangenen Jahren gestiegen. Am stärkten zogen die Preise seit 2009 in Starnberg an. Mit zehn Prozent Preissteigerung liegen die Mieten dort momentan im Schnitt höher als in München. In Fürstenfeldbruck gingen die Mieten um 5,6 Prozent nach oben, in Freising um 12,5 Prozent, in Erding um 12,3 Prozent und in Ebersberg um 12,9 Prozent. Allein in Dachau wohnen Mieter heute zum gleichen Preis wie 2009.

Manuela Dollinger

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Verkehrslage auf der S7 normalisiert sich
S-Bahn: Verkehrslage auf der S7 normalisiert sich
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Kita-Finder wird verbessert: Das ändert sich für Eltern
Kita-Finder wird verbessert: Das ändert sich für Eltern
Bezirksausschüsse: Was sie tun, wann sie tagen
Bezirksausschüsse: Was sie tun, wann sie tagen

Kommentare