2019 bringt Herausforderungen

So werden sich Münchens Stadtteile in diesem Jahr verändern

+
Weihbischof Sofian von Kronstadt bei der Baustelle von Kirche und Kloster in der Industriestraße, romänisch orthodoxe Gemeinde.

In den Stadtteilen Münchens wird kräftig gebaut und gewerkelt. Auch 2019 wird die Einwohner mehrere Veränderungen erwarten. Ein erster Einblick in die Projekte.

München - Das Jahr 2019 bringt Herausforderungen für unsere blühende Metropole. Vor allem, weil München so rasant wächst. Im Jahr 2035 werden wohl 1,85 Millionen Menschen in der Stadt leben – rund 300 000 mehr als heute. Damit die alle wohnen, schnaufen und sich bewegen können, muss die Stadt handeln. In den Vierteln wird kräftig gebaut. Wir zeigen in unserer ­Serie, wie die Zukunft konkret ­aussieht. Heute: Der Münchner Westen, Ramersdorf-Perlach und Sendling-Westpark.

Aubing wird zum Bischofssitz

Sie drehen sich andauernd – die vielen Baukräne im 22. Stadtbezirk. Hier wird fleißig an neuen Wohnungen gewerkelt, da werden Schulen aus dem Boden gestampft – und sogar einen Bischofssitz bekommt der westlichste Bezirk Münchens. Ja, insbesondere den Stadtteil Aubing haben heuer die rund 25 000 Gläubigen der rumänisch-orthodoxen Kirche in München im Blick. Läuft alles nach Plan, könnte ihr neues Kirchen- und Gemeindezentrum, das auch Bischofssitz wird, auf dem rund 2600 Quadratmeter großen Grundstück an der Kastelburg-/Ecke Industriestraße schon im November fertig werden. Für Weihbischof Sofian schafft der Sakralbau im Stil einer griechischen Kreuzkuppelkirche „mitten im städtischen Leben ein Gefühl von Geschlossenheit, Ruhe und Licht“. Finanziert wird das neue Kirchenzentrum der rumänisch-orthodoxen Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa übrigens aus Spenden. Im September fällt der Startschuss für den Bildungs-Campus in Freiham Nord. Dort sollen ab dem neuen Schuljahr die ersten Kinder in je einer Grund-, Real- und Förderschule sowie einem Gymnasium unterrichtet werden. Geplant ist der Campus (der auch eine Doppelsporthalle, Mensa und Bibliothek bekommt) für bis zu 3000 Kinder. 

Was Wohnraum betrifft, müssen sich die künftigen Freihamer noch etwas gedulden. Zwar könnten die ersten mehreren hundert Wohnungen der Münchner Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag zum Jahresende fertig sein. Aber erst dann folgen in zwei Abschnitten die weiteren etwa 11 000 geplanten Wohneinheiten. Abgeschlossen werden sollen dagegen die Wohnquartiere an der Colmdorfstraße am S-Bahnhof Aubing mit rund 410 Wohnungen sowie an der Gleisharfe am S-Bahnhof Neuaubing mit 500 Wohnungen. 

Unglücklich ist man in Neuaubing mit der Straßenführung zwischen Papinstraße und Bahnübergang. Ein von der Bahn beauftragtes Planungsbüro soll nun eine Lösung für den Verkehrsknotenpunkt am Bahnübergang zwischen Limes- und Brunhamstraße erarbeiten. Endlich eine Lösung erhofft man sich 2019 auch für die jahrzehntelange Forderung nach einer barrierefreien Ortsverbindung zwischen Aubing und Neuaubing am S-Bahnhof Aubing. Die Machbarkeitsstudie ist abgeschlossen und stellt die Verantwortlichen nun vor die Entscheidung, ob eine Rampe oder ein Aufzug kommt. 

Spannend wird es beim dritten Bürgerworkshop, der – so hofft man – ebenfalls in Aubing die geplante Verkehrsanbindung von Freiham an Aubing voranbringt. Eine Musterlösung kann es nicht geben. Keinesfalls sollte die Erschließung aber dazu führen, dass Aubing als Bypass genutzt wird, wenn der Autobahntunnel Aubing dicht ist, sagt der Bezirksausschuss. 

In der Warteschleife sind die Aubinger auch bei der geplanten neuen Buslinie durch Aubing-Ost, die zusätzlich eine Verbindung nach Pasing schafft. Die Linie sollte zum Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember an den Start gehen, wurde aber mangels Busfahrern verschoben. 

Noch eine Entscheidung könnte heuer in Aubing fallen: Dort soll ein zweiter Standort entstehen, an dem künftig die Obermenzinger Feuerwache residiert. Nach mehr als 30 Jahren wird sie ihren Platz an der Bassermannstraße verlassen. Nach dem Abriss der ehemaligen olympischen Sportbibliothek soll im Frühjahr der Bau des neuen Quartiers an der Henschelstraße starten. Auf dem Areal sind 460 Wohnungen, ein Supermarkt und zwei Kindertagesstätten geplant.

Riesen-Parkhaus und der Wirbel ums Heizwerk

Heuer wird es sich entscheiden: Kommt das neue Heizwerk neben das Michaelibad am Ostpark. Das Energiecenter könnte bei Stilllegung des Kohleblocks am Heizkraftwerk Nord mithelfen, die Wärmeversorgung in München sicherzustellen. Bei der Vorstellung des Standorts durch die Stadtwerke gab es heftige Proteste. Vor allem die rund 40 Meter hohen Abluft-Schornsteine sorgten für Entsetzen. 2019 müssten die entsprechenden Genehmigungen für einen solchen Bau vorliegen, hatten die Stadtwerke damals erklärt. Am U- und S-Bahnhof Neuperlach-Süd starten die Bauarbeiten für das neue P+R-Parkhaus. Auf zehn halbgeschossig versetzten Ebenen entstehen 770 Autostellplätze, dazu eine Bike+Ride-Anlage für 145 Fahrräder und eine Mietradstation. Dazu kommt ein großes Apartmenthaus (siehe li.). Direkt gegenüber können bald die Neubauten der Gewofag an der Carl-Wery-Straße können bezogen werden. Über 370 Wohnungen sind hier entstanden. Auch wird die Carl-Wery-Straße ausgebaut: Die Straße wird bis zur Stadtgrenze zweispurig und erhält Busspuren sowie bessere Radwege. Auch die Pläne fürs Heinrich-Heine-Gymnasium werden heuer konkret. Die Schule in Neuperlach-Süd soll auf fünf Züge ausgebaut werden. Und: Im Sommer zieht das FestSpielHaus von Neuperlach nach Ramersdorf um.

Schönere Stadtplätze

Luise-Kiesselbach-Platz: In Sendling-Westpark geht es in diesem Jahr um die Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf den wichtigsten Plätzen im Viertel: Knapp vier Jahre nach der Eröffnung des Tunnels am Mittleren Ring Südwest steht nun die finale Gestaltung der Oberfläche am Luise-Kiesselbach-Platz an. Wird es einen grünen Lärmschutzwall geben? Soll ein Spielplatz errichtet werden? Ein Vorschlag ist auch, Denkmäler aufzustellen, zum Beispiel eine Büste zu Ehren der Armenpflegerin und Frauenrechtlerin Luise Kiesselbach. 

Partnachplatz: Attraktiver gestaltet werden soll auch der Partnachplatz. Erste Vorschläge dazu haben Bürger im Rahmen der Ideen-Werkstatt erarbeitet, die im November stattgefunden hat. Dabei zeichnete sich ab, dass die Mehrheit sich wünscht, die beiden Straßen an der Nord- und an der Westseite des Partnachplatzes in verkehrsberuhigte Zonen umzuwandeln. Ziel ist, den Schleichverkehr fernzuhalten. Am 24. Januar sollen die Ergebnisse in der Meindlstraße 14 vorgestellt werden.

Öffentliche Toiletten: Ein Projekt, das den Stadtteilpolitikern und der Seniorenvertretung seit langem ein Bedürfnis war, kann nun abgeschlossen werden: die Errichtung einer öffentlichen Toilette am Partnachplatz. Mitte Dezember wurde das Toilettenhaus auf dem Vorplatz der U-Bahnhaltestelle aufgestellt. Dieser Tage geht die behindertengerechte Sanitäranlage in Betrieb. 

Parken: Wenn alles klappt, könnte im Herbst in Sendling-Westpark das Parkraummanagement eingeführt werden. Vorausgesetzt der Stadtrat beschließt diese Regelung noch vor der Sommerpause. Der BA unterstützt eine Einführung der Lizenzgebiete. Das Ziel: den Parksuchverkehr im Quartier zu reduzieren und die Überlastung durch die Pendler in den Griff zu bekommen. Anwohner ohne Tiefgaragenstellplatz dürften in den Wapperl-Zonen dann gegen eine Gebühr von 30 Euro im Jahr bevorrechtigt parken.

Monika Wehrl-Herr/Carmen Ick-Dietl/ C. Seipel

Auch interessant

Meistgelesen

Bekanntem Kaufhaus droht der Abriss – Mitarbeiterin: „Ich habe gehört, dass ...“
Bekanntem Kaufhaus droht der Abriss – Mitarbeiterin: „Ich habe gehört, dass ...“
Mann schleudert riesigen Eisbrocken auf Familie - dann wird es noch gefährlicher
Mann schleudert riesigen Eisbrocken auf Familie - dann wird es noch gefährlicher
Bekannte Wirtschaft am Marienplatz führt Biesel-Maut für Touristen ein
Bekannte Wirtschaft am Marienplatz führt Biesel-Maut für Touristen ein
Schwanthalerhöhe: Hacker-Pschorr-Bräuhaus wird abgerissen
Schwanthalerhöhe: Hacker-Pschorr-Bräuhaus wird abgerissen

Kommentare