„Vom Notnagel zum Erfolgsmodell

München: Starke Bilanz für den „Sommer in der Stadt“ - das war mehr als ein Wiesn-Ersatz

Der Sommer in der Stadt ist am Sonntag zu Ende gegangen. Schausteller und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) ziehen eine positive Bilanz.

München - „Vom Notnagel zum Erfolgsrezept“, so das Resümee Baumgärtners. Eine Verlängerung des Spektakels gibt es dennoch nicht.

München: Veranstalter ziehen erfolgreiche Bilanz für „Sommer in der Stadt“

Yvonne Heckl ist Veranstaltungsleiterin der Gesellschaft der Münchner* Schausteller. Die Menschen, für die sie spricht, durchleben eine schwere Zeit. Kaum einer aus der Zunft sei durch die Corona*-Krise gekommen, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen, erzählt sie am Sonntag. Da sei der „Sommer in der Stadt“ für die Schausteller eine willkommene Gelegenheit gewesen, um endlich mal wieder Geld verdienen zu können. Und nicht nur das. Es gehe auch um immaterielle Werte: „Das Gefühl, Volksfeststimmung zu spüren, war wunderbar.“ Für die Schausteller ebenso wie für die zahlreichen Besucher aus nah und fern.

Mehr als ein Wiesn-Ersatz: Der Sommer in der Stadt erlebte am Sonntag sein Finale.

Gut drei Wochen dauerte die wie schon 2020 für die ausgefallene Wiesn durchgeführte Ersatzveranstaltung. Rund 100 Schausteller waren mit ihren Karussells und Buden an den Standorten Olympiapark, Königsplatz und Theresienwiese vertreten. Heckl zeigt sich mit dem Verlauf zufrieden: „Die Leute waren begeistert und hatten trotz wechselhaften Wetters ein Sommerfeeling.“ Auch am Sonntag haben sich im Olympiapark noch einmal viele Menschen vergnügt, vor allem Familien mit Kindern. Eine offizielle Gesamtzahl der Besucher gibt es indes nicht.

München: Wirtschaftsreferent spricht von einem „guten Format“

Die Stadt hatte den „Sommer in der Stadt“ während der Urlaubszeit ermöglicht, „auch als Angebot für die Daheimgebliebenen“, wie es Baumgärtner ausdrückt. Hauptmotiv sei aber gewesen, „die Schausteller in Lohn und Brot zu bringen“. Der Wirtschaftsreferent spricht von einem „guten Format“, das er erhalten will. Nach seinen Vorstellungen soll das Spektakel einen festen Platz im Münchner Veranstaltungskalender bekommen – unabhängig davon, ob das Oktoberfest stattfindet. Heckl würde dies begrüßen: „Unsere Leute sind ausgehungert. Da hat kaum einer mehr etwas im Sparstrumpf.“

Von einer Verlängerung in diesem Jahr bis 12. September wurde unterdessen abgesehen. Darauf haben sich Wirtschaftsreferat und Schausteller gemeinsam verständigt. Zu groß seien die Unwägbarkeiten, betonen Baumgärtner und Heckl am Sonntag. Aufgrund der ab heute geltenden Corona-3G-Regel wären Einlasskontrollen notwendig geworden. Die Veranstaltungsbereiche hätten vermutlich abgesperrt werden müssen. Ein finanzieller und organisatorischer Aufwand, den weder Stadt noch Schausteller leisten können. Außerdem sei nicht abzuschätzen, wie die Akzeptanz der Besucher für die neuen Regeln gewesen wäre, erklärt Heckl. Auch die schlechte Wettervorhersage habe die Schausteller zu dem Schritt bewogen. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © michaela rehle

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