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Virtual-Reality-Brillen zeigen es: Sonnenstraße soll zur Flaniermeile werden - weitere Visionen für München

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Von: Julian Limmer

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Eine Animation zeigt die Zukunftsversion der Münchner Sonnenstraße
Grüner Boulevard: So könnte die Sonnenstraße in Zukunft aussehen. © Sigi Jantz

Das Planungsreferat hat am Donnerstag sein Konzept für die Umgestaltung der Münchner Sonnenstraße präsentiert. Ein Grüner Boulevard soll entstehen.

München - Es sei eine gewagte Vision betont Stadtbaurätin Elisabeth Merk. „Doch ein Weg, den man beherzt beschreiten kann.“ Damit meint sie die räumliche Umgestaltung der Innenstadt – insbesondere der Sonnenstraße. Am Donnerstag hat das Planungsreferat der Stadt München mithilfe von 3-D-Visualisierungen und Virtual-Reality-Brillen seine Freiraumquartierskonzepte für die Innenstadt präsentiert. Der Stadtrat hatte die Behörde beauftragt, entsprechende Visionen zu erarbeiten.

München: Grüner Boulevard auf der Sonnenstraße - Flaniermeile statt Individualverkehr

Das vorläufige Konzept für die Sonnenstraße sieht einen bepflanzten Boulevard mit deutlich reduziertem Individualverkehr vor. Die östliche Fahrbahnseite, wo jetzt noch Autos Richtung Stachus brummen, soll zur Flaniermeile werden – mit Bänken, Pflanzenbeeten und Gastro-Außenflächen. In der Mitte sollen ein zweispuriger Schnellfahrradweg und ein begrüntes Gleisbett für die Trams entstehen. Die westliche Seite soll den Autos erhalten bleiben. Zudem sollen viele neue Bäume den Boulevard zieren. Vor dem Hintergrund des Klimawandels ein wichtiger Schritt, sagt Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer: „Bäume in einer Straße verringern die Aufheizung um mindestens zehn Prozent.“

Eine ähnliche Vision haben die Stadtplaner auch für die nahe gelegene Herzog-Wilhelm-Straße entwickelt: Dort sollen die bereits bestehenden Grünflächen des gleichnamigen Parks ausgedehnt werden. Zudem wollen die Entwickler den Stadtbach, der derzeit unter der Oberfläche fließt, wieder offen legen. So könnte ein wassernaher Erholungsbereich mitten in der Stadt entstehen.

Stadtbaurätin Elisabeth Merk schaut mit VR-Brille in die Zukunft.
Stadtbaurätin Elisabeth Merk schaut mit VR-Brille in die Zukunft. © Sigi Jantz

Sonnenstraße vor Umgestaltung: Bis 2030 könnte es so weit sein - „Das grobe Konzept steht“

Wie das Ganze letztendlich realisiert wird, sei aber noch nicht klar, sagt Stadtplanerin Gisela Karsch-Frank: „Das grobe Konzept steht, die Details müssen noch erarbeitet werden.“ Zum Beispiel, wie der Lieferverkehr und die Feuerwehrzufahrten geregelt werden. Verschiedene Varianten für eine Reduktion des Individualverkehrs prüfe momentan das Mobilitätsreferat.

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Bis zur endgültigen Realisierung ist also noch ein weiter Weg – bis 2030 könnte es so weit sein, sagt Stadtbaurätin Merk. In den weiteren Planungsprozess sollen nun die Bürger einbezogen werden: Dafür will das Planungsreferat die Anwohner, Händler und Gastronomen zu Workshops und Stadtspaziergängen einladen, damit jeder selbst Ideen einbringen kann. Ab dem kommenden Jahr könnte es dann bereits erste Tests unter realen Bedingungen geben – zum Beispiel eine einspurige Sonnenstraße an bestimmten Tagen. Zunächst wird der Stadtrat voraussichtlich im Herbst über weitere Schritte abstimmen. (Julian Limmer)

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