Er könnte nun ganz aufhören

SPD-Bundestagskandidat wird nicht mehr auf Liste gewählt: Wahldebakel für Florian Post

Florian Post Ist Bundestagsabgeordneter für die SPD.
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Florian Post Ist Bundestagsabgeordneter für die SPD.

Ärger um SPD-Mann Florian Post. Der Bundestagsabgeordnete ist bei der Aufstellungsversammlung für Oberbayern nicht auf Platz eins gewählt worden – was seinen erneuten Einzug ins Parlament kaum noch möglich macht. Deshalb zog er seine Kandidatur für die Liste zurück. Wie es mit dem 39-Jährigen weitergeht, ist offen.

Münchens SPD-Bundestagsabgeordneter Florian Post steht nicht mehr auf der Liste der SPD Oberbayern. Damit ist es ihm nur noch möglich, in den Bundestag einzuziehen, wenn er das Direktmandat gewinnt. Das gilt als wenig aussichtsreich.

Was war passiert? Am Samstag bei der Online-Aufstellungsversammlung der SPD hatte Post für den ersten Platz der Liste kandidiert. Er verlor mit 28 zu 41 Stimmen gegen Sebastian Roloff, der für die SPD im Münchner Süden antreten wird. Post, so berichten Insider, habe daraufhin die Online-Konferenz verlassen und in den Chatraum geschrieben, dass er für eine Kandidatur um weitere Listenplätze nicht zur Verfügung steht. Und er habe geschrieben, dass er seine Konsequenzen ziehen werde.

„Wir haben den Parteitag unterbrochen, weil man mit ihm reden wollte“, berichtet ein Teilnehmer. Schließlich hätte Post auch noch für einen anderen Platz der Oberbayern-Liste kandidieren können. Vor der Bundestagswahl 2017 war er auf Platz 2 gelandet – hinter Ewald Schurer aus Erding. Auf der Landesliste erreichte er somit Platz 9, was ihm letztlich eine weitere Amtszeit im Bundestag sicherte. Dem Parlament gehört Post seit 2013 an. Doch der 39-Jährige habe sich nicht beruhigen können. Denn Post hätte frühestens auf dem vierten Platz der Oberbayern-Liste kandidieren können, die Plätze zwei und drei sind Kandidaten aus den Landkreisen vorbehalten. Und ein vierter Platz auf der Oberbayern-Liste bietet keine Aussichten für einen guten Platz auf der Landesliste.

Der Vorstand der Münchner SPD hatte vor der Aufstellungsversammlung Post auf den ersten, Roloff auf den zweiten Platz gelistet. Das war auch unumstritten. Die Kandidatur Roloffs für den ersten Platz sei daher aus dem Nichts gekommen. „Es hat zumindest einen Beigeschmack, wenn ich in der eigenen Stadt nichts unternehme und dann angreife“, sagt ein Genosse. „Das Vorgehen ist aber durchaus legitim.“

Unklar ist nun, wie es weitergeht. Post ließ mitteilen, dass er im Verlauf der Woche die Presse informieren werde. Dabei werde es um seine Bundestagskandidatur und seine Zukunft in der SPD gehen. Zudem kündigte er Hintergründe zu besonderen Vorkommnissen in der Bayern-SPD an. „Es wurde gegen mich intrigiert“, sagte Post gestern auf Anfrage. „Es gibt Karrierenetzwerke innerhalb der SPD, die sich die Posten zuschachern. Die haben mich aber nur gebrochen, wenn sie mich als Mensch brechen. Und das wird nicht passieren.“

Intern rechnen die Genossen mit allem: Es sei sogar vorstellbar, dass Post seine Kandidatur ganz zurückzieht. Der 39-Jährige war von der SPD für den Wahlkreis München-Nord nominiert worden. Dieser Platz würde dann frei. Auf der anderen Seite soll der 39-Jährige aber bereits mitgeteilt haben, sich voll auf den Erststimmen-Wahlkampf zu konzentrieren und zu versuchen, so erneut in den Bundestag einzuziehen. Der Wahlkreis München-Nord ist seit drei Wahlperioden in der Hand der CSU, zuletzt gewann ihn Bernhard Loos. 2005 und zwei Wahlen zuvor hatte SPD-Mann Axel Berg ihn inne. Der verlor die Aufstellungsversammlung 2013 übrigens gegen Florian Post.

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