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„Wer hat unseren Jesus geklaut?“ - Krippenfigur aus Kirche in Fußgängerzone verschwunden

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Von: Julian Limmer

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Pater Martin Stark vor der leeren Krippe ohne das Jesus-Kindlein. Seit Kurzem ist die Figur (u.) verschwunden.
Pater Martin Stark vor der leeren Krippe ohne das Jesus-Kindlein. Seit Kurzem ist die Figur verschwunden. © Julian Limmer

Die Enttäuschung in der Jesuitenkirche St. Michael in der Münchner Fußgängerzone sitzt tief. Jemand hat die Krippenfigur Jesus geklaut. Die Polizei ermittelt.

München – Bei dieser Tat fällt sogar Pater Martin Stark (54) fast vom Glauben ab: Mit gesenktem Kopf lässt er den Blick über die historische Krippenlandschaft in seiner Kirche St. Michael schweifen: Ein Esel, Hirten, Josef und Maria – alle sind da. Nur die Krippe selbst: Sie ist leer. Jemand hat das Jesus-Kindlein gestohlen – seit gestern ist es spurlos verschwunden! „Das ist unglaublich schade, das Kindlein ist der Mittelpunkt der Krippe“, sagt Stark – er ist seit diesem Sommer Kirchenrektor in dem Wahrzeichen in der Fußgängerzone.

München: Jesus-Kindlein aus Krippe geklaut

Dabei war das Kindlein erst an Heiligabend in die Krippe gebettet worden. Pater Stark hatte es zuletzt am Montagnachmittag dort gesehen. Gestern in der Früh dann der Schock: Der Mesner der Kirche entdeckte die leere Krippe. Pater Stark vermutet, dass es sich um eine spontane Tat handelt: Die Jesuitenkirche im Zentrum Münchens stand nämlich über Weihnachten fast die ganze Zeit offen, sehr viele Besucher seien gekommen. Und: Die Figur ist rund 25 Zentimeter groß, nicht besonders schwer: Sie passt also auch unter einen Mantel oder in eine Tasche. Stark hat bereits die Polizei eingeschaltet - bisher jedoch ohne Erfolg.

Die Jesuitenkirche St. Michaelis in der Münchner Fußgängerzone.
Die Jesuitenkirche St. Michaelis in der Münchner Fußgängerzone. © IMAGO/Passion2Press/Markus Fischer

München St. Michael: nicht der erste Krippen-Diebstahl an Weihnachten

Besonders bitter für die Kirche: Das Jesus-Kindlein war vor rund 20 Jahren schon einmal aus der Weihnachtskrippe in St. Michael gestohlen worden. Damals ist es nicht mehr wieder aufgetaucht. Deshalb handelt es sich bei der jetzt gestohlenen Figur um eine Nachbildung. Pater Stark schätzt den Wert der Schnitzerei deshalb nur auf einige hundert Euro. „Symbolisch ist für uns sie aber unglaublich wertvoll“, sagt Stark. Besonders heuer hätten sich viele Ehrenamtliche viel Mühe gegeben, die Krippe feierlich zu dekorieren. Und jetzt fehlt die wichtigste Figur!

 Auf einem Zettel bittet der Pater um eine Rückgabe.
Auf dem Zettel bittet der Pater um eine Rückgabe. © Julian Limmer

Auf das Stroh in der leeren Krippe hat Pater Stark deshalb einen Papierzettel gelegt: Darauf bittet er den Dieb inständig darum, das Kindlein wieder zurückzubringen. Viele Kirchenbesucher, die den Zettel lesen, schütteln den Kopf: „Ist das dreist!“, sagt eine ältere Frau. Pater Stark hofft dennoch auf ein nachweihnachtliches Wunder: „Ich glaubte fest daran, dass das Jesus-Kind zu uns zurückkommt.“ Und wenn nicht? „Dann müssen wir eine erneute Nachbildung anfertigen lassen.

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