Erfolgreiche Großfahndung

„Porsche-Mörder“ flüchtet quer durch München - Neue Hinweise zu spektakulärer Flucht aus JVA

Gelungener Fluchtversuch aus der JVA Stadelheim - Später wurde der „Porsche-Mörder“ jedoch gefasst
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Gelungener Fluchtversuch aus der JVA Stadelheim - Später wurde der „Porsche-Mörder“ jedoch gefasst.

In München ist es zu einer spektakulären Flucht aus der JVA Stadelheim gekommen. Ein 24-jähriger flüchtete in einem Lieferwagen. Hatte er einen Helfer?

Update 10. Februar, 19.03 Uhr: Kaum zu glauben, aber einem Insassen der Justizvollzugsanstalt Stadelheim war am Dienstag die Flucht gelungen (siehe unten). Nun gibt das Justizministerium bekannt: Der Ausbrecher hatte anscheinend Hilfe.

Nach tz-Informationen konnte Häftling David H. (24) mittels eines Lasters, der Waren in die JVA nach Obergiesing liefert, flüchten. Wie genau er das angestellt hat, ist noch unklar. Nur so viel: „Derzeit gibt es Hinweise, dass der Gefangene nicht alleine gehandelt hat, sondern Unterstützung von Gefangenenseite hatte“, sagt Andrea Leonhardt, Sprecherin des Justizministeriums.

Der mutmaßliche Mörder war nicht lange in der Stadt unterwegs. Nach einer Großfahndung nahmen ihn Zivilbeamte gegen 11 Uhr an der Schleißheimer Straße im Hasenbergl fest. Wie die Münchner Polizei* berichtet, leistete der junge Mann bei seiner Festnahme keinen Widerstand. Bevor es zurück in die JVA ging, wurde David H. noch ärztlich untersucht. Bei seinem Ausbruch hatte er sich eine Verletzung am Knie zugezogen.

Flucht aus Münchner Gefängnis: „Porsche-Mörder“ nahe Einkaufszentrum aufgespürt

Update 9. Februar, 19.00 Uhr: Inzwischen sind weitere Details zum Stadelheim-Ausbruch bekannt. Nach tz-Informationen war dem mutmaßlichen Mörder die Flucht mit einem Laster gelungen, der Waren in die JVA nach Obergiesing anliefert. „Gegen 9.15 Uhr bekamen wir den Hinweis, dass ein JVA-Insasse ausgebrochen ist“, sagt Polizeisprecher Gordon Winkel.

Der Fahrer selbst hatte den Notruf gewählt, danach leitete die Polizei die Fahndung ein. „Im Einsatz waren mehr als 15 Streifen und routinemäßig, wie bei größeren Fahndungen üblich, ein Hubschrauber der Polizei, um den Tatverdächtigen zu finden.“ Mit Erfolg: Zivile Beamte konnten David H. im Hasenbergl nahe des Einkaufszentrums mira schnappen, nachdem dieser schon quer durch die ganze Stadt gefahren war. „Um 11 Uhr gelang die Festnahme des geflüchteten JVA-Häftlings in der Schleißheimer Straße“, bestätigt Polizeisprecher Gordon Winkel. Ob der mutmaßliche Mörder für seine Flucht Helfer hatte, muss nun ermittelt werden.

David H. wird nach Flucht und Festnahme nun in ein anderes Gefängnis verlegt werden – wohin genau, stehe „derzeit noch nicht fest“, sagt Leonhardt. Hinter Gittern hatte David H. auf seinen Mordprozess gewartet. Ein Termin für seinen Strafprozess steht aktuell noch aus. „Das Hauptverfahren wurde noch nicht eröffnet“, sagt Gerichtssprecher Florian Gliwitzky. (Laura Felbinger, Andreas Thieme)

München: „Porsche-Mörder“ flieht mit Lieferwagen aus Gefängnis

Ursprungsmeldung:

München - Was sich im Münchner Gefängnis „Stadelheim“ abgespielt hat, klingt nach einem Action-Film, ist aber Realität. Ein 24-jähriger Mann, der wegen Mordes sitzt, hat einen Fluchtversuch gewagt - in einem Lieferwagen. Der Häftling ist bekannt als „Porsche-Mörder“, im März 2020 soll er einen Mann in dessen Sportwagen erschossen haben. Hintergrund des Verbrechens sollen Schulden im Zusammenhang mit Drogengeschäften gewesen sein, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft damals mit.

Ein 24-Jähriger konnte zwischenzeitlich aus der JVA Stadelheim entkommen.

Demnach sei es dem 24-jährigen Mann gelungen, „in einem Lieferfahrzeug versteckt aus der Anstalt zu entweichen“, sagte eine Ministeriumssprecherin gegenüber der dpa. Lang hielt die Flucht dennoch nicht an. Nur kurze Zeit später konnte der „Porsche-Mörder“ nach Ausbruch und einer Großfahndung gefasst werden. Stand jetzt ist nicht bekannt, wie dem jungen Mann die Flucht aus dem Gefängnis gelingen konnte. „Die Umstände, die zu der Entweichung geführt haben, werden derzeit mit Hochdruck aufgearbeitet,“ so ein Sprecher.

München: Filmreife Flucht - „Porsche-Mörder“ flieht aus „Stadelheim“-Gefängnis

Der 24-Jährige sitzt nach dem mutmaßlichen Mord im Frühjahr 2020 in München ein. Hintergründe der Tat sollen Kokaingeschäfte und einen höheren vierstelligen Betrag gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft geht im Augenblick davon aus, dass er den 25-Jährigen heimtückisch und aus Habgier ermordete. Dem Mann droht damit bei einem Nachweis seiner Schuld eine lebenslange Freiheitsstrafe. Ausbrüche aus Gefängnissen in Bayern sind nach Angaben des Justizministeriums „die absolute Ausnahme“ - und seit vielen Jahren trotz gestiegener Gefangenenzahlen rückläufig.

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