Corona verschärft die Lage

Stadt München räumt Obdachlosen-Lager: „Birgt große Gefahren“ - Lockdown erschwert Situation

Unter einer Brücke des Georg-Brauchle-Rings räumte ein Radladerfahrer die Überbleibsel des Obdachlosenlagers zusammen.
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Unter einer Brücke des Georg-Brauchle-Rings räumte ein Radladerfahrer die Überbleibsel des Obdachlosenlagers zusammen. Dauerhafte Lager werden unter anderem aus Sicherheitsgründen aufgelöst.

Weil es zu nah am Mittleren Ring liegt, räumt die Stadt München ein Obdachlosenlager unter einer Brücke. Corona verschärft die Situation der Wohnungslosen zusätzlich.

München - Ein Radlader schiebt Matratzen, Stühle, Kissen und Decken zu einem Haufen zusammen. Es ist die Einrichtung eines Lebens ohne Dach überm Kopf: Am Freitag (11. Dezember) hat die Stadt ein Obdachlosenlager in der Nähe der Parkharfe am Olympiapark* geräumt. Die Menschen ohne festen Wohnsitz, die hier zuletzt lebten, waren schon weg, als die Räumfahrzeuge eintrafen.

München: Obdachlosenlage in der des Mittleren Rings zu gefährlich

Auf Anfrage unserer Zeitung sagte eine Sprecherin des Sozialreferats: „Sich verfestigende Lager werden immer geräumt, denn das Übernachten draußen birgt große Gefahren.“ Im aktuellen Fall befand sich das Lager in der Nähe des Mittleren Rings. Zudem sei gerade jetzt auch die Gefahr groß, in der Nacht zu erfrieren.

Gefährliche Lage: Das Lager lag direkt am Mittleren Ring.

Dennoch gehe die Stadt behutsamer vor, als es die Bilder vermuten lassen, versicherte die Sprecherin: „Bevor ein Lager geräumt wird, sind immer Streetworker vor Ort und geben den obdachlosen Menschen Bescheid und vermitteln“. Deshalb seien bei der Lagerräumung auch keine Menschen mehr angetroffen worden. „Auch alle persönlichen Gegenstände waren weg.”

Stadt München geht von 1000 Obdachlosen im Stadtgebiet aus

Durch die Corona*-Pandemie hat sich die Lage obdachloser Menschen in München* verschärft. Bisher ging das Sozialreferat davon aus, dass 550 Personen in der Stadt auf der Straße leben. Die jüngsten Schätzungen gehen eher von 1000 aus. Ähnliches konstatiert auch die Bahnhofsmission, die seit Beginn der Corona-Pandemie mehr Zulauf hat. Die Situation ist auch schwieriger, weil durch den Lockdown weniger Menschen unterwegs sind und somit das Betteln und Pfandflaschensammeln weniger einbringt. Eine Maßnahme der Stadt: Der Übernachtungsschutz in der ehemaligen Bayernkaserne wird vorübergehend ganztägig fortgeführt. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Verfolgen Sie die Corona-Situation in München in unserem aktuellen News-Ticker*.

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