Immer mehr Leute unterwegs

Die Stadt der Pendler

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Ob in der S-Bahn oder im Auto – Hunderttausende Pendler sind jeden Tag im Raum München unterwegs.

München - Sie fahren und fahren und am Abend fahren sie wieder heim. Immer mehr Leute nehmen weite Wege zwischen Wohnort und Arbeitsplatz in Kauf – das zeigen neue Zahlen des Münchner Statistikamts.

Demnach ist die Zahl der Pendler in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen (auf mittlerweile fast eine halbe Million Menschen). Bei denen, die außerhalb Münchens wohnen und zur Arbeit in die Stadt reinfahren, um fast zehn Prozent. Und in der Gegenrichtung gibt’s jetzt sogar fast ein Drittel mehr Pendler als im Jahr 2000. Pendlerstadt München – die Details:

Was ist der Trend? Die Arbeitswege werden immer weiter. Die Region ist wirtschaftlich stark, es gibt gute Jobs. Gleichzeitig ist Wohnen teuer. Daraus ergibt sich das Pendeln fast automatisch. Der Anteil der Frauen unter den Pendlern ist größer geworden. Ein Zeichen dafür, dass mehr Frauen Familie und Beruf gleichzeitig haben wollen (oder müssen).

Wo kommen die meisten Pendler her? Die so genannten Einpendler (also diejenigen, die in München arbeiten, aber außerhalb der Stadtgrenze wohnen), kommen nicht nur aus den direkt angrenzenden Landkreisen. Fakt ist: Nürnberg (gut 150 km entfernt) liegt mit 2334 München-Arbeitnehmern auf Platz 24 der Statistik. Ganz vorn: Dachau (7722 München-Pendler).

Wo wollen die meisten Pendler hin? In den Nordosten mit seinen starken Unternehmen wie Flughafen, Medien und Versicherungen. Spitzenreiter ist Unterföhring mit 8018 Pendlern aus München.

Wie ist die Aufteilung auf die einzelnen Verkehrsmittel? Genaue München-Zahlen gibt es nicht. Eine bundesweite Auswertung sagt, dass rund 60 Prozent der Pendler mit dem Auto unterwegs sind. Bei uns dürfte dieser Wert deutlich niedriger sein – Stichwort S-Bahn.

Wer wird mitgezählt? Die Statistik umfasst alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Nicht dabei sind Beamten, Selbstständige, Mini-Jobber und Studenten. Die tatsächliche Pendlerzahl liegt also über dem offiziellen Wert.

Was bringt die Zukunft? Die Region München ist nach wie vor stark, der Mietmarkt eine einzige Aufwärts-Spirale. Bleibt das so, wird die Zahl der Pendler weiter steigen.

Einpendler – Entwicklung

Jahr Pendler Frauenanteil
2000 297 777 39,8 %
2001 309 187 40,2 %
2002 309 211 40,5 %
2003 302 679 40,8 %
2004 299 810 41,2 %
2005 303 194 41,6 %
2006 306 577 42,0 %
2007 308 985 42,0 %
2008 314 119 42,5 %
2009 315 276 43,0 %
2010 318 014 43,4 %
2011 325 204 43,7 %

Auspendler – Entwicklung

Jahr Pendler Frauenanteil
2000 105 743 38,5 %
2001 110 739 38,5 %
2002 110 400 38,7 %
2003 108 448 39,2 %
2004 108 113 39,2 %
2005 111 766 39,5 %
2006 115 419 39,7 %
2007 119 859 39,9 %
2008 127 108 40,3 %
2009 128 960 40,4 %
2010 129 907 40,7 %
2011 135 289 40,5 %

Miete contra Fahrtkosten: Lohnt sich Pendeln?

Es ist eine ernüchternde Rechnung: Wer aus der Stadt rauszieht, um Miete zu sparen, hat trotzdem nicht mehr im Geldbeutel – denn die Fahrtkosten fressen die Ersparnis auf. Das zeigt die Studie Siedlungsentwicklung und Mobilität für Münchner Arbeitnehmer. Demnach liegen die Durchschnittskosten für einen Drei-Personen-Haushalt fast immer zwischen 1600 und 1700 Euro, praktisch unabhängig von der Lage.

Uli Heichele

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