Der große Bau-Plan

Stadt errichtet 31000 neue Wohnungen

Das Siemens-Gelände in Obersendling wandelt sich weiter

München - Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt: München baut an der Zukunft! Insgesamt plant die Stadt 31.000 neue Wohnungen für die kommenden Jahre.

Am Mittwoch legt Kämmerer Ernst Wolowicz (SPD) im Rathaus den neuen Bau-Plan der Stadt vor, der alle absehbaren neuen Wohngebiete mit mehr als 50 Wohnungen enthält. Insgesamt umfasst die Liste fast 35 000 Apartments, von denen 4000 bis Ende 2012 fertiggestellt wurden. Bis 2017 sollen mehr als 18 000 entstehen, weitere 13 000 nach 2018. Die tz zeigt Ihnen, wo München künftig wohnt.

Der Plan ist eine Art Frühwarnsystem für die Bürokratie: Schließlich ist es nicht mit Wohnungen getan. Straßen sind nötig, Krippen, Kitas, Schulen, Sport- und Freizeiteinrichtungen. Anhand der Liste, die aus dem Planungsreferat stammt, sollen andere Referate ihren Bedarf rechtzeitig einschätzen und anmelden können. Es gab nämlich auch schon fertige Wohngebiete, in denen die Schule noch gar nicht angefangen war.

So verändert München sein Gesicht

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Kämmerer Wolowicz rechnet damit, dass die Stadt für die Infrastruktur 576 Millionen Euro hinblättern muss. Luxus ist da nicht drin: „Bei der Finanzierung haben die für die Grundausstattung notwendigen Vorhaben (Schulen, Kitas, Krippen, Straßen) Vorrang vor lediglich wünschenswerten Einrichtungen (Büchereien, Freizeitstätten).“

Die Zahl 35 000 ist eine deutliche Steigerung – frühere Pläne enthielten noch 31 000 neue Apartments. Der Bau wird allerdings nicht so schnell vonstatten gehen, wie die Stadt sich das ursprünglich vorgestellt hat. Rund die Hälfte der auch vorher schon geplanten neuen Wohngebiete verspäten sich um ein bis drei Jahre. Bürokratie?

Stadtbaurätin Elisabeth Merk widerspricht: Die Liste sei mit Blick auf die anderen Referate grundsätzlich optimistisch geplant, damit die Infrastruktur rechtzeitig fertig werde. Außerdem verzögerten manche Bauträger oder Altlasten und Kampfmittel im Baufeld den Fortschritt. Die oft für Bürokratie gescholtene Lokalbaukommission sei zu so einem frühen Planungsstand noch nicht befasst.

Obersendling

Ganz neu in der Planung: Das Siemens-Gelände in Obersendling wandelt sich weiter – jetzt sollen auch am Campus Süd einmal 1400 Wohnungen dazukommen. Die Pläne sind noch nicht sehr weit gediehen. Die ersten Wohnungen könnten 2016 bezugsfertig sein, der Großteil aber erst nach 2018.

Pasing

Das Gewerbegebiet kommt weg, dafür entsteht an der Paul-Gerhardt-Allee ein neues Quartier mit 2400 Wohnungen (400 mehr als bislang geplant), 700 Jobs, Kitas und Schulen. Da sollen sich einmal 5000 Münchner wohlfühlen. Derzeit wird der Bebauungsplan aufgestellt. Die ersten Wohnungen könnten 2017 fertig sein.

Freiham

Die ersten Häuser in Freiham stehen schon – sie gehören zu den Projekten auf der Liste

So langsam geht es los: Im Münchner Westen stehen schon die ersten Häuser des neuen Stadtteils Freiham. Hier sollen einmal 20 000 Menschen wohnen und 7500 arbeiten. Seit September gibt es eine S-Bahn-Haltestelle. Im bislang noch unbebauten Norden sollen 8000 Wohnungen entstehen, ab 2017 im ersten Abschnitt zunächst 4000.

David Costanzo

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