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München in Zahlen: Was die neuen Statistiken über die Stadt verraten

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Von: Klaus Vick

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Blick über München
In München wohnen knapp 1,5 Millionen Menschen. © Peter Kneffel/dpa

Das neue Münchner Statistikbuch ist veröffentlicht worden. Während die Stadt in einigen Bereichen stabil bleibt, erfindet sie sich anderswo völlig neu.

München – Bevölkerung, Bildung, Wirtschaft, Verkehr oder Gesundheit – aus dem neuen Münchner Statistikbuch, das am Dienstag (23. November) erschienen ist, lässt sich ein bunter Reigen an Informationen herausfiltern. An vielen Zahlen wird deutlich: Corona* und die Lockdown-Phasen schlagen sich nieder.

Ob beim Tourismus, dem stagnierenden Bevölkerungswachstum, der geringeren Zahl an Eheschließungen, gestiegenen Sterbefällen und vielem mehr. Wir geben einen Überblick über die interessantesten Details. Wohl auch eine Folge der Corona-Krise: Die Anzahl der registrierten Hunde erhöhte sich von 37.300 auf 40.300 Vierbeiner.

München-Statistik: Weniger Menschen zogen in die bayerische Landeshauptstadt

Corona hat Auswirkungen auf die Mobilität. 90.459 Menschen zogen im Jahr 2020 in die Landeshauptstadt, 20.000 weniger als 2019. Vor allem bei Zuzügen aus dem Ausland gab es einen eklatanten Einbruch. München* den Rücken gekehrt haben knapp 94.000 Bürger. 2019 lag die Zahl der Weggezogenen bei fast 100.000. Die Einwohnerzahl lag Ende Dezember 2020 bei 1,562 Millionen, ein Zuwachs von nur 2.000 Bürgern gegenüber 2019. 29,1 Prozent der Münchner Bevölkerung sind katholisch, 10,4 Prozent evangelisch. Die Zahl der Eheschließungen ging von 11.035 auf 9.489 zurück, die Geburtenzahl lag mit 17.593 (plus 84) in etwa auf dem Niveau von 2019. Beliebteste Vornamen waren wieder Emilia und Maximilian.

München-Statistik: Höchste Zahl der betreuten Kinder in Ramersdorf-Perlach

In den Kindertageseinrichtungen der Stadt wurden im Vorjahr rund 80.500 Null- bis 13-Jährige betreut, die meisten davon im Stadtbezirk Ramersdorf*-Perlach* (7.218). Gut jedes vierte Kind (27,6 Prozent) ist wöchentlich mehr als 40 Stunden in einer Tageseinrichtung untergebracht. An den 21 Münchner Hochschulen waren zum Wintersemester 2019/2020 etwa 135.000 Studenten eingeschrieben, davon 52.425 an der LMU und 41.768 an der TU.

München-Statistik: Stadt der medizinischen Berufe – besonders in einer Sparte

Die Zahl der Praxisärzte pendelte sich 2020 mit etwa 4.000 auf demselben Niveau wie 2019 ein. Bei den Apotheken (insgesamt 346) gab es ebenfalls kaum Veränderungen. Die Zahl der Psychotherapeuten nahm hingegen um mehr als sieben Prozent auf knapp 1.300 zu. Die Todesfälle in der Stadt lagen mit 12.313 um gut 700 über dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019. Vor allem im Dezember zur Hochphase der Corona-Pandemie wurden sehr viele Sterbefälle verzeichnet.

München-Statistik: Mobilitätswechsel in vollem Gange – Elektro statt Diesel

Klar rückläufig ist die Zahl der Pkw-Erstzulassungen (minus 24,9 Prozent). Mit 851.641 Kraftfahrzeugen waren Ende 2020 aber dennoch in etwa so viele Autos angemeldet wie ein Jahr zuvor. Während die Zahl der Diesel-Pkws abnimmt (minus 6,2 Prozent), gibt es bei Elektro-Autos einen deutlichen Zuwachs (46,1). Prozentual die meisten Kfz gibt es in Allach*. Hier kommen 45 Autos auf 100 Einwohner, in Ludwigsvorstadt*/Isarvorstadt* nur 26. Im Corona-Jahr 2020 ereigneten sich 7.576 Verkehrsunfälle weniger als 2019.

München-Statistik: Corona schadet der städtischen Wirtschaft

Arbeitsmarkt, Tourismus sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen bekamen die Folgen der Corona-Krise knallhart zu spüren. Die touristischen Ankünfte in München verringerten sich gegenüber 2019 um 65,8 Prozent, die Zahl der Hotelübernachtungen um 61,5 Prozent. Der Tierpark verzeichnete ein Besucherminus von 72,4 Prozent, die Kinos von 70 Prozent, die Philharmonie von 77,8 Prozent und die Olympiahalle* von 80 Prozent.

Die Arbeitslosenquote in München stieg gegenüber Ende 2019 von 3,4 auf 4,8 Prozent. Das Bauhauptgewerbe erlitt einen Umsatzeinbruch von 14,9 Prozent, das verarbeitende Gewerbe von 8,0 Prozent. Die Zahl der Handwerksbetriebe nahm 2020 um 2,0 Prozent ab. In der Landeshauptstadt arbeiteten 2020 fast 900.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, der Großteil davon im Dienstleistungsbereich (756.528). *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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