Chefaufpasser fristlos gekündigt

Skandal in der Führungsriege der Stadtwerke München

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Die Stadtwerke München haben den Mitarbeiter fristlos entlassen.

Da bahnt sich ein handfester Skandal in der Führungsriege der Stadtwerke München (SWM) an!

München - Nach tz-Informationen läuft ausgerechnet gegen den Leiter der Konzernrevision ein Ermittlungsverfahren. Der Vorwurf: Betrug! Offenbar soll es zu Unregelmäßigkeiten bei Abrechnungen gekommen sein. Besonders pikant: Norbert H. war zudem Anti-Korruptionsbeauftragter des Unternehmens.

Beinahe 14 Jahre war Norbert H. bei den Stadtwerken als Leiter der Konzernrevision tätig – bis April dieses Jahres. Wie die tz exklusiv erfahren hat, ist H. vor wenigen Tagen fristlos entlassen worden.

Auf tz-Anfrage bestätigt die Staatsanwaltschaft München I, dass gegen Norbert H. ein Ermittlungsverfahren läuft. „Der Anfangsverdacht war wegen Betruges“, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Wie der Sachverhalt jedoch genau rechtlich zu bewerten ist, ist derzeit noch offen.“ Die Ermittlungen seien noch am Anfang. Allerdings seien auch „Durchsuchungsmaßnahmen erfolgt“. Ob es sich dabei um Räumlichkeiten der Stadtwerke handelt, war nicht zu erfahren.

„Äußerst unerfreulicher Vorgang“

Stadtwerke-Sprecherin Bettina Hess spricht von einem „äußerst unerfreulichen Vorgang“. Nach Bekanntwerden habe man selbstverständlich sofort die Konsequenzen gezogen und „aufgrund eines mutmaßlich strafrechtlich relevanten Verhaltens bei der Abrechnung von Geschäftsreisen und Seminaren“ dem Leiter der Konzernrevision der SWM fristlos gekündigt.

„Die weitere Aufklärung der Angelegenheit obliegt den zuständigen Behörden, die von den SWM unterstützt werden.“ Wegen des nun laufenden Verfahrens werde man sich nicht weiter äußern.

Demnach ist auch noch offen, um welche Summe es genau geht. Fakt ist aber, dass Norbert H. als Anti-Korruptionsbeauftragter für das Unternehmen tätig war. Bei Seminaren und Podiumsdiskussionen war er auch zu diesem Thema als Moderator gebucht.

Norbert H. war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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