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Energiekrise: Münchnern, die sparen, winkt jetzt Finanzspritze - „Die Lage ist ernst“

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Von: Sascha Karowski

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Das Maximilianeum - der Sitz des Bayerischen Landtags - in München.
In München sollen Energiesparer per Prämie belohnt werden. © Michael Kappeler/dpa

Energiesparen zahlt sich aus: Nicht nur bei der Stromrechnung, sondern in München nun auch durch einen Bonus. Die Stadtwerke zahlen eine Energiesparprämie.

München - Wer seine Heizung runterdreht, wird belohnt: Die Stadtwerke zahlen Münchnern eine Energiesparprämie. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Einen entsprechenden Antrag hatten zuvor die Grünen gestellt. Vorgesehen ist nun, dass die SWM Sparer in einer Art Wettbewerb belohnen. Haushalte, die ihren Energieverbrauch aus dem Vorjahr um mindestens zehn Prozent unterbieten, erhalten 50 Euro, wer 20 Prozent einspart, bekommt 100 Euro.

„Die Lage ist ernst“, sagte SWM-Chef Florian Bieberbach am Dienstag. Alle müssten Energie sparen, um die Krise zu meistern. „Der Wettbewerb soll dafür einen Anreiz bieten.“

Stichtag ist der 1. Oktober. Bis dahin wird eine Website erstellt, auf der sich jeder Kunde der SWM zum Energiesparwettbewerb anmelden kann. Die nächste Jahresrechnung – Strom oder Gas – wird dann mit der zurückliegenden verglichen. Besonders sparsame Haushalte, die es mit ihren Verbräuchen unter die Hälfte des Durchschnittsverbrauchs (Strom oder Gas) schaffen, sollen die Prämie umgehend gutgeschrieben bekommen, da eine weitere Reduzierung des Energieverbrauchs unrealistisch wäre.

„So schaffen wir es in München, Energiearmut zu vermeiden und gleichzeitig Energie einzusparen“

Die Teilnahmebedingungen können ab 1. Oktober auf der Wettbewerbs-Website abgerufen werden. Die Stadtwerke werden die Adresse rechtzeitig bekannt geben.

„Eine verantwortliche Energiepolitik muss sich um beides kümmern“, sagt Grünen-Chef Dominik Krause. „Sowohl um die Versorgungssicherheit für alle Münchner als auch um Anreize zum Energiesparen. „Wir begrüßen daher den SWM-Energiesparwettbewerb, der im Herbst beginnen soll. So schaffen wir es in München, Energiearmut zu vermeiden und gleichzeitig Energie einzusparen.“

Die SPD hatte auf Parteiebene den Vorstoß der Grünen kritisiert, Parteichef Christian Köning sprach davon, keine Villenbesitzer bezuschussen zu wollen. Doch beide Fraktionen hatten betont, an einer Lösung zu arbeiten. SPD-Fraktionsvorsitzende Anne Hübner sagte: „Wir als SPD kümmern uns um die Menschen, die ihre Heizkostenrechnungen nicht zahlen können. Dass nun auch der Vorschlag der Grünen, Energiesparen zu prämieren, umgesetzt wird, ist angesichts der Versorgungsknappheit richtig. Insgesamt ist das gelungene sozial-ökologische Politik.“ ska

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