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Der nächste Preis-Schock: Stadtwerke München erhöhen den Gaspreis um 25 Prozent

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Von: Klaus Vick

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Euro-Scheine liegen neben einer Gasflamme auf einem Küchenherd.
Die Gaspreise steigen: Kochen und Heizen wird in München teurer. © Patrick Pleul/picture alliance/dpa

Nächste Hiobsbotschaft für die Verbraucher: Die Stadtwerke erhöhen den Gaspreis zum 1. Januar um 25 Prozent. Strom verteuert sich um sechs Prozent.

München - Rekord-Inflation, steigende Lebenshaltungskosten – und jetzt auch noch der Heizpreis-Hammer: Die Stadtwerke (SWM) haben am Dienstag bekannt gegeben, dass der Tarif beim Erdgas zum 1. Januar 2022 angehoben wird. Die Erhöhung ist saftig. Der Preis steigt je nach Versorgungstarif um etwa 25 Prozent. Heißt: Ein Münchner* Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden bezahlt laut Stadtwerken künftig rund 23 Euro pro Monat mehr. Ergibt aufs Jahr hochgerechnet 276 Euro. Laut Statistischem Bundesamt werden knapp die Hälfte aller 42,8 Millionen Wohnungen in Deutschland mit Gas beheizt.

Nicht ganz so drastisch wird der Anstieg bei den Stromkosten ausfallen. Der Münchner Durchschnittshaushalt (zwei Personen, 2500 Kilowattstunden/Jahr, M-Strom privat Kompakt) zahlt den Stadtwerken zufolge ab Januar rund vier Euro pro Monat mehr. Das entspricht einem Anstieg von sechs Prozent. Gas wird nicht nur zum Heizen und zur Warmwasserbereitung genutzt, sondern auch zur Stromerzeugung. Die letzte Erhöhung beim Tarif für Erdgas datiert vom 1. Januar 2019. Damals fiel der Preissprung mit 6,5 Prozent vergleichsweise moderat aus. Betroffen waren 2019 etwa 200 000 SWM-Kunden. Ob diese Größenordnung noch immer stimmt, dazu wollen sich die Stadtwerke nicht äußern: „Es handelt sich um wettbewerbsrelevante Zahlen“, sagt ein Sprecher.

Steigender Großhandelspreis von Erdgas macht den Versorgern zu schaffen

Aktuell macht den Energieversorgern der steigende Großhandelspreis von Erdgas zu schaffen. Der sei zwischen Januar und Oktober um rund 440 Prozent gestiegen, schreiben die Stadtwerke. Auslöser sei zum einen die globale wirtschaftliche Erholung nach dem Corona-Einbruch. Die großen Volkswirtschaften und Unternehmen benötigten mehr Energie für das Hochfahren ihrer Produktion, zudem würden sie Vorräte bilden, zur Sicherheit und für den nahenden Winter. In der Folge steige die Nachfrage. Die SWM beziehen ihr Erdgas zum Gros aus Russland, der Rest kommt aus Norwegen und den Niederlanden. Ein weiterer Grund für die saftige Tariferhöhung: Ab 1. Januar 2022 steigt der CO2-Preis für fossile Brennstoffe von 25 auf 30 Euro pro Tonne, was die Energiepreise zusätzlich verteuert.

Aufgrund dieser Entwicklung sehen sich die Stadtwerke in ihrer Unternehmensstrategie bestätigt, konsequent auf den Ausbau erneuerbarer Energien zu setzen. Zudem baue das Unternehmen auf eine langfristig ausgelegte Energiebeschaffung. Die deutliche Preiserhöhung beim Erdgas liege deshalb unter den angekündigten Erhöhungen anderer Versorger, sagt Stefan Tauber, Leiter der SWM-Versorgungs Gmbh: „Eigentlich war die Marktsituation bereits im Frühjahr 2020 schon so, dass wir die Preise hätten erhöhen müssen. Darauf haben wir aber verzichtet, damit die Münchner gut durch die schwierige Corona*-Situation kommen.“ Der deutliche Preisanstieg in den vergangenen Monaten habe dem Unternehmen nun aber keine andere Wahl gelassen. Dennoch würden die Stadtwerke weiterhin auf ein faires Preis-/Leistungs-Verhältnis Wert legen. - Klaus Vick - *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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