Brücke wiegt 1300 Tonnen

Neue Stammstrecke: In Laim entsteht ein XL-Bauwerk - und das ist voll im Plan

Das Modell der neuen Stabbogenbrücke im Einsatz
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So soll sie einmal genutzt werden: Über die Stabbogenbrücke kann eine S-Bahn die alte Stammstrecke queren.

Der Bau der zweiten Stammstrecke veranschlagt deutlich mehr Zeit als zunächst gedacht. Deutlich schneller wird wohl eine in diesem Zusammenhang wichtige neue Brücke fertig.

  • Der Bau der zweiten Stammstrecke wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen.
  • Aktuell wird auch eine Brücke gebaut, um den leichteren Umstieg zu gewährleisten.
  • Und dieses Bauprojekt befindet sich tatsächlich im Zeitplan.

München - Anke Hering dirigiert 120 Arbeiter, dazu tausende Tonnen Stahl und Beton. Als Leiterin auf der S-Bahn-Baustelle lautet ihr Auftrag: Die Errichtung einer Brücke westlich des Haltepunktes Hirschgarten. Die Ingenieurin schafft seit dreieinhalb Jahren die Voraussetzung dafür, dass in Zukunft die zweite Stammstrecke über den Bahnhof Laim geführt werden kann.

Ein Brückenschlag in die Zukunft! Ihre Prognose: In fünf Jahren ist ihr Bauabschnitt fertig. Damit läge sie - im Gegensatz zu den anderen Bauabschnitten der neuen Stammstrecke - im Soll. Die tz schaute sich mit ihr auf Münchens großer Brückenbaustelle um.

Herrin über 1300 Tonnen Stahl und Beton: Ingenieurin Anke Hering dirigiert die Riesen-Baustelle.

Neue Stammstrecke in München: Brücke hat 90 Meter Spannweite und wiegt 1300 Tonnen

Denn das Filetstück von Herings Baustelle entsteht jetzt gerade: Es ist die neue Stabbogenbrücke, die bald einen zum Südring abschwenkenden Gleisstrang überspannen soll. Arbeiter schweißen die Brücke etwas westlich vom Bahnhof Hirschgarten derzeit zusammen. Jeder kann sehen: Das wird ein Koloss aus Stahl. 90 Meter Spannweite, an der höchsten Stelle 16 Meter hoch, 1300 Tonnen schwer. Im Juni 2021 soll das Brückenbauwerk fertig sein. Dann wird es über die Gleise geschoben.

Zum Hintergrund: Noch am Hirschgarten liegen die Gleise der alten und Stammstrecke paarweise nebeneinander. In Laim sollen jedoch die beiden Gleise stadteinwärts der Stammstrecke alt und neu nebeneinander liegen - und die Gleise stadtauswärts ebenso. Der Grund ist einfach: Eine S1 aus Freising wird bei Laim künftig auf die zweite Stammstrecke* einfädeln. Diese hat danach nur drei Bahnhöfe: Hauptbahnhof*, Marienhof und Ostbahnhof. Wenn ein Freisinger aber zum Stachus will oder zum Rosenheimer Platz, muss er in eine S-Bahn* der alten Stammstrecke umsteigen - und das soll „am selben Bahnsteig gegenüber“ geschehen. Das Brückenprojekt von Anke Hering bildet eine Voraussetzung dafür.

1300 Tonnen schwer: Die Brücke soll einmal den Kreuzungsverkehr von Zügen ermöglichen.

Neue Stammstrecke in München: Weltkriegs-Bunker und Obdachlose mussten weg

Etliche Hindernisse musste sie schon aus dem Weg räumen, darunter zwei Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Auch Uralt-Stellwerke kamen weg. Dabei gab es eine Überraschung: Die Bruchbuden waren bewohnt - von Obdachlosen. Die Bahn musste die Polizei* holen, um abreißen zu können.

2025 soll ihr Bauabschnitt „Laim Oberirdisch West“ fertiggestellt sein, 2026 der ganze Bahnhof. Bestandteil des Projekts in Laim ist auch der Bau der Umweltverbundröhre. Sie wird autofrei, ist nur für Busse, Radfahrer* und Fußgänger vorgesehen. Die neue Laimer Röhre dürfte sehr viel eher fertig werden als die zweite Stammstrecke. Dieser Termin wurde nämlich von 2026 auf 2032 geschoben. (Dirk Walter) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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