Der Sommer der Baustellen

Stau-Fallen nerven Autofahrer in München: Raten Sie mal, wie viele Baustellen es derzeit gibt

Auch am Münchner Hauptbahnhof prägen umfangreiche Bauarbeiten das Bild
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Auch am Münchner Hauptbahnhof prägen umfangreiche Bauarbeiten das Bild.

Autofahrer, Radler und Fußgänger haben es derzeit nicht leicht. Fast unweigerlich stoßen sie auf eine der derzeit 80 Baustellen im Stadtgebiet. Der Weg durch München wird zum Geduldsspiel.

  • Vorankommen auf Verkehrswegen in der Innenstadt ist in München oftmals mit Strapazen verbunden.
  • Momentan häufen sich die Hindernisse: Nicht weniger als 80 Baustellen befinden sich im Stadtgebiet.
  • Wir erläutern die größten Projekte und erklären, warum sie ausgerechnet jetzt gebündelt stattfinden.

München - Haben Sie in den letzten Tagen auch versucht, mit dem Auto oder dem Radl durch die Stadt zu kommen? Nicht ganz einfach, oder? Gesperrte Straßen, verlegte Radlwege, engere Gehsteige – und plötzlich gibt’s wieder eine Umleitung. Der Grund: Überall wird gebaggert und gebuddelt – wie auch das Baureferat bestätigt: „Etliche Baumaßnahmen wurden auch in diesem Jahr gezielt in die Sommerferien gelegt.“ Heißt in Zahlen: An 80 Stellen, so ist es auf der Internetseite der Stadt nachzulesen, wird derzeit in München gewerkelt!

Ohnehin wird es auf den Verkehrswegen immer enger – und der Ton schärfer. Durch Baustellen und Berufsverkehr ist die Stadt dicht, Radfahrer müssen auf Fußwege ausweichen.

Baustellen in München: Warum die Nerven der Bürger derzeit so strapaziert werden

Und es kommen jeden Tag neue Baustellen hinzu: So trudelte auch am Mittwoch wieder eine Pressemitteilung der Stadt in unserer Redaktion ein, dass nun eine Stromleitung in der Heßstraße sowie der Schwere-Reiter-Straße erneuert wird. Die Folge: Ab Montag kommt es für acht Wochen „zu Absperrungen im Geh- und Fahrbahnbereich“. Der Bau-Gau habe natürlich seinen Grund, versichert das Referat. Man müsse die Groß-Arbeiten einfach jetzt vornehmen, da sie „erhebliche Auswirkungen auf den Straßenverkehr“ haben – und deshalb in der Urlaubszeit besser aufgehoben sind. Auch Baustellen, „die im Umfeld von Schulen oder auf Schulwegen stattfinden“, wurden laut Baureferat eben gezielt in die aktuelle Ferienzeit gelegt. Daher die große Zahl.

Übrigens: Nicht alle der 80 Baustellen sind städtische Projekte. Es handelt sich dabei auch um Baustellen der Stadtwerke, der Deutschen Bahn oder von privaten Investoren. Doch egal, wer verantwortlich ist – für viele Münchener sind sie lästig. Wir haben uns auf drei Großbaustellen umgesehen und mit Anwohnern gesprochen.

Stau-Gefahr in München: Diese drei Baustellen bescheren Verkehrsteilnehmern Probleme

Schwanthalerstraße: Hier wird aktuell das Fernkältenetz ausgebaut. Hierfür entsteht eine etwa fünf Kilometer lange Leitung von Sendling durch die Ludwigsvorstadt in die Innenstadt. Bis zum Ende des Jahres ist die Schwanthalerstraße deshalb zwischen der Paul-Heyse- und der Sonnenstraße in Fahrtrichtung Ost einbahngeregelt. Für Radler ist die Situation nicht einfach. Andre Goerschel (39, rechts im Bild), Freiberufler aus München*: „Ich find die Baustelle schwierig. Wir Radler haben keine richtigen Wege und auch noch Gegenverkehr. Es ist nicht angenehm, hier zu fahren, weil es einfach zu eng ist. Man hätte zum Beispiel die Gehwege verkleinern können. Überall in der Stadt sind doch jetzt Pop-up-Radwege entstanden, warum nicht auch hier?“ 

Gerade in der Sommerferienzeit gibt es zahllose Baustellen in München. Für viele sind sie eine echte Plage. Im Bild: Andre‘ Goerschel in der Schwanthalerstraße.

Mega-Baustelle Hauptbahnhof: Verkehrsführung sorgt für Unmut

Münchner Hauptbahnhof: Rund um den Hauptbahnhof* passiert ebenfalls viel: die Entstehung der zweiten Stammstrecke sowie der Bau eines dritten Tram-Gleises beeinträchtigen auch Fußgänger wie Johann Glas (69, oben im Bild) in ihrem Alltag. Der Rentner aus München ärgert sich: „Ich finde die Baustelle unerträglich.“ Zudem wurmt ihn, dass es dort so langsam vorangeht. Da könne man schneller arbeiten, so die Meinung des 69-Jährigen. Die Verkehrsführung findet er auch schlecht, deshalb hat er entschieden: „Wenn ich Richtung Innenstadt gehe, versuche ich durch den Baustellen-Wirrwarr irgendwie durchzukommen. Aber eins steht fest: Ich freue mich riesig, wenn die hier endlich fertig sind.“ 

Sendlinger Tor: Am Sendlinger-Tor-Platz gibt es bereits seit 2017 Einschränkungen – weil dort derzeit die U-Bahn-Station modernisiert wird. Das hat jedoch auch große Auswirkungen auf die Oberfläche und den Autoverkehr. Das musste auch Familie Schumann aus Unterhaching am eigenen Leib erfahren – als sie auf dem Weg zum Hauptbahnhof war. Die Familie wollte mit dem Zug nach Erfurt fahren und für ein paar Tage die Oma besuchen. Thomas Schumann (unten im Bild) ist sauer: „Wir stehen schon sein zehn Minuten im Stau und müssen eigentlich schnell zu unserem Zug. Das ist jetzt natürlich sehr nervig. Mit all den Baustellen aktuell ist es wohl besser, öffentlich zu fahren.“ *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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