Stau-Infarkt im Norden: Keine Rettung in Sicht

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Der Dauer-Stau im Norden – hier die Schleißheimer Straße – wird künftig noch schlimmer

München - Im Norden schlägt das Industrie-Herz der Stadt – doch die Verkehrsadern sind schon heute gefährlich verengt und drohen völlig zu verstopfen. Auto-Infarkt!

Die Stadt sucht schon lange nach einem Bypass und kommt kaum voran. Das wird Stadtbaurätin Elisabeth Merk nächste Woche im Rathaus berichten: „Die Untersuchungen haben ergeben, dass keine Variante eine optimale Lösung darstellt.“ Die Stadtbaurätin will nur noch die Verlängerung der Schleißheimer Straße zum Autobahnring verfolgen und in einer Bürgerversammlung vorstellen. Darüber hinaus hätten sich keine Trassen ergeben. Jetzt gilt das Prinzip Hoffnung – bei Bahn, Tram und Bus …

Dabei pulsiert der Norden: Tausende Arbeitsplätze und Wohnungen sind entstanden – und kommen noch dazu. BMW will sein Forschungs- und Innovationszentrum um 8000 Jobs erweitern. Die Stadt schleift Kasernen, um Platz für Apartments und Firmen zu schaffen. In bestehenden Siedlungen soll es nicht mehr ganz so luftig zugehen. Ähnlich entwickeln sich auch die nördlichen Landkreise. Doch: Einwohner und Pendler bringen Autos und Laster auf die Straße. Schon heute sind vor allem A 99, Ingolstädter, Schleißheimer, Moosacher Straße und Frankfurter Ring stark belastet. „Kritische Knotenpunkte werden überlastet sein“, schreibt die Stadtbaurätin.

Nichts geht mehr! Doch von drei neu geprüften Trassen scheiden zwei aus, weil sie den Verkehr schlimmer verteilen. Übrig bleibt die verlängerte Schleißheimer Straße, die aber noch mehr Autos anziehen würde und hinter Lärmschutzwänden verschwinden müsste. Der örtliche Bezirksausschuss protestiert heftig gegen den Ausbau und fordert wie die Stadtbaurätin mehr Nahverkehr. S 1 und U 2 sollen häufiger fahren und der Bahn-Nord­ring für Menschen und Güter genutzt werden – Geld für den Ausbau hat aber keiner.

David Costanzo

Die geprüften Varianten

Neue Staatsstraße: Hier würde an der S 1-Trasse die neue Staatsstraße 2342 gebaut, die im Norden einen neuen Autobahnanschluss bekommt. Fazit: Zwar kämen Feldmoching, A 99, Ingolstädter und Neuherbergstraße besser weg, dafür würden die Pendler Feldmochinger und Lerchenauer Straße mit bis zu 24 000 Autos am Tag verstopfen. Wegen der Kosten von 50 Millionen Euro schneidet die Variante extrem negativ ab. Nur die verlängerte Georg-Zech-Allee wird weiter geprüft.

Tunnel Hasenbergl: Die Idee wird nicht weiter verfolgt. Feldmoching würde stärker belastet, andere Gebiete weniger entlastet als nach anderen Plänen.

Verlängerung Schleißheimer Straße: Die erreicht immerhin eine leicht positive Bewertung. Ein Tunnel würde von der Schleißheimer Straße unter das Naturschutzgebiet zum neuen Autobahnanschluss gegraben. Kosten: bis 103 Millionen Euro. Durch Feldmoching, A 99 östlich der Auffahrt, Ingolstädter und Neuherbergstraße würden weniger Autos donnern, viel mehr wären es auf der Schleißheimer Straße. Die Variante wird samt Lärmschutz weiter geprüft.

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