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Steuer-Skandal um Alfons Schuhbeck: Anklage erhoben - Muss Star-Koch in Haft?

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Von: Andreas Daschner, Andreas Thieme

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Star-Koch Alfons Schuhbeck (72) hat Ärger mit dem Finanzamt
Star-Koch Alfons Schuhbeck (72) hat Ärger mit dem Finanzamt © sampics

Der Steuer-Skandal um Alfons Schuhbeck weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft München I hat nach Informationen unserer Redaktion nun Anklage gegen den Star-Koch wegen Steuerhinterziehung erhoben.

München - Alfons Schuhbeck soll den Fiskus um rund zwei Millionen Euro geprellt haben. Bei einer Razzia vor mehr als zwei Jahren sollen die Steuerfahnder auf Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung des 72-Jährigen aufmerksam geworden sein. Betroffen sind demnach zwei der Edel-Lokale Schuhbecks am Platzl: die Südtiroler Stuben und das Orlando. Damals hatte Schuhbeck die Ermittlungen selbst öffentlich gemacht. Seinerzeit hatte er erklärt, dass er sehr eng und offen mit den Behörden zusammenarbeiten werde, „um alle Vorwürfe zu entkräften“.

München: Star-Koch Alfons Schuhbeck soll Steuerschulden haben

Doch nun droht den zahlreichen Fans des Promi-Kochs ein Schock: Sollten sich die Ermittlungsergebnisse der Steuerfahnder doch bestätigen, käme möglicherweise sogar eine Haftstrafe in Betracht. Vor rund zehn Jahren hat der Bundesgerichtshof nämlich entschieden, dass Steuerhinterziehung grundsätzlich mit Gefängnis zu bestrafen ist, wenn es um mehr als eine Million Euro geht. Nach Informationen unserer Redaktion steht dieser Betrag alleine beim Orlando im Raum. Bei der Südtiroler Stuben soll es sogar noch um etwas mehr gehen.

Alfons Schuhbeck: Muss er in München bald vor Gericht?

Ob und wann es zum Prozess kommt, muss nun das Münchner Landgericht entscheiden. Wenn ja, dann rechnen Insider mit dem Beginn der Verhandlungen nicht vor dem nächsten Frühjahr. Schuhbeck selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Auch seine beiden Rechtsanwälte Sascha König und Markus Gotzens äußerten sich nicht zu dem laufenden Verfahren.

Es ist nicht das erste Mal, dass Schuhbeck Ärger mit dem Finanzamt hat. Bereits 1994 wurde er wegen Steuerhinterziehung und Untreue verurteilt. Damals kassierte der Star-Koch im Zusammenhang mit dem Verkauf von Kapitalanlagen ein Jahr auf Bewährung und musste 250 000 Euro Geldstrafe zahlen.

Schuhbecks teatro in Riem ist von dem Steuer-Vorfall nicht betroffen
Schuhbecks teatro in Riem ist von dem Steuer-Vorfall nicht betroffen © People Picture /Jens Hartmann

Und auch sonst kämpfte der 72-Jährige zuletzt mit finanziellen Problemen. Im Juli hatte Schuhbeck für seine Edel-Lokale am Platzl und für seinen Partyservice Insolvenz angemeldet. Eine Investorengruppe rettete aber einen Großteil der Betriebe–und mit ihnen rund drei Viertel der insgesamt 120 Arbeitsplätze. Der Partyservice bleibt ebenso erhalten wie der Gewürzhandel und die Südtiroler Stuben, wie Insolvenzverwalter Max Liebig kürzlich erklärt hat. Schuhbeck selber soll im Unternehmen weiter eine wichtige Rolle spielen.

Die teatro-Show im Spiegelzelt in Riem ist von all dem nicht betroffen–sie wird von einer separaten Firma geführt.

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