Aufstockung fällt deutlich größer aus

Bewaffnete Sicherheitswacht? 100 Sheriffs für München

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Wachsam am Bahnhof: Bislang sind "gemischte Streifen" unterwegs.

München - Die Stadt soll sicherer werden. Deshalb wird das Personal für den Sicherheitsdienst zum kommenden Jahr deutlich aufgestockt. Die Sheriffs sollen auch bewaffnet werden.

Münchens Stadtpolizei soll deutlich größer werden als angenommen. Nach tz-Informationen wird der vom Stadtrat im Sommer beschlossene neuen Ordnungsdienst auf bis zu 100 Personen aufgestockt. Ursprünglich war von 30 bis 40 die Rede. Bereits Mitte nächsten Jahres könnten die ersten Sheriffs auf Streife gehen. Offen ist ob mit oder ohne Pistolen. Die CSU jedenfalls will die Wächter bewaffnen!

Den Ordnungsdienst hatte das Kreisverwaltungsreferat (KVR) vorgeschlagen. Denn weil die Polizei sich wegen der dünnen Personaldecke auf schwere Straftaten konzentriert, kommen Ruhestörer oder Wildbiesler öfter mal ungeschoren davon. Die Rede war von 30 bis 40 neuen Sheriffs. Nun aber wird Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle im Mai dem Stadtrat vorschlagen, die Zahl der Ordnungshüter auf bis zu 100 zu erhöhen. Diese Wächter sollen Störungen wie Herumpöbeln, Wildpinkeln, Lärm, Verschmutzungen oder aggressives Betteln ahnden.

Bekommen Unterstützung: Zwei Einsatzkräfte der Isarstreife beobachten das Treiben auf dem Hauptbahnhof.

Einstellungen zu Beginn des nächsten Jahres

Eine Einstellung der neuen Kräfte ist wohl für den Beginn nächsten Jahres geplant. Manche der neuen Mitarbeiter sollen ein Jahr in der Verwaltung ausgebildet werden und dann vermutlich noch einmal ein halbes Jahr im Vollzugsdienst. Das hängt aber von der Qualifikation der Bewerber ab, bereits ausgebildete Ordnungshüter könnten früher zum Einsatz kommen. „Einige sollen aber bereits ab Mitte nächsten Jahres auf Streife sein“, sagt SPD-Sicherheits-Experte Christian Vorländer. „Das ist ambitioniert, aber absolut begrüßenswert.“

Ob die neuen Stadt-Sheriffs auch Waffen tragen werden, muss noch geklärt werden. „Wir halten daran fest“, sagt CSU-Sicherheits-Experte Michael Kuffer. „Genau wie die U-Bahnwache muss auch der Ordnungsdienst mit Schusswaffen ausgestattet und insoweit genau wie die Polizei ausgebildet sein.“ Nur so könne er Menschen auch vor schwersten Gewalttaten schützen, wenn das Eintreffen der Polizei nicht abgewartet werden kann, bei einer Messerstecherei zum Beispiel. „Einen zahnlosen Tiger zu schaffen, rächt sich früher oder später.“

Sascha Karowski

Ordnungshüter in München

Neben der Polizei gibt es in München private und kommunale Ordnungshüter. Das KVR etwa beschäftigt vier Hunde- und zwei Waffenkontrolleure. Zudem gibt es im Bereich der Lebensmittel-Überwachung 42,5 Stellen. Ferner existieren eine Taxiwacht (zwei Stellen, demnächst vier), die Task Force Tierschutz (vier Personen) sowie Personal für die Verkehrsüberwachung (190 Personen) und Geschwindigkeitskontrollen (zehn Personen). Außerdem gibt es die U-Bahn-Wache der MVG, die mit bis zu 15 Streifen zeitgleich im Einsatz ist. Und die Bahn beschäftigt ebenfalls eigenes Personal, etwa die Service-Mitarbeiter, die S-Bahn-Wache und die Kontrolleure.

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