50 Prozent Zeitersparnis

Münchens Ordnungshüter werden digitaler: Neue Knöllchen mit QR-Code - Pilotprojekt startet im Westend

Knöllchen gibt es jetzt mit QR-Code aber daran ändert sich nichts: Ein Zettel unter dem Scheibenwischer bedeutet nichts Gutes.
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Knöllchen gibt es jetzt mit QR-Code aber daran ändert sich nichts: Ein Zettel unter dem Scheibenwischer bedeutet meist nichts Gutes.

Die Knöllchen der Zukunft gibt es ab heute im Westend. Die Strafzettel werden nämlich digitaler. In einem Pilotprojekt testet die Polizei, wie das ankommt.

München - Wer am Freitag im Westend* unterwegs ist, könnte sich fragen, was für Zettel da an den Windschutzscheiben klemmen. Eins vorweg: Sie haben nichts Gutes zu bedeuten. Denn in der Regel heißt es, dass man etwas falsch gemacht hat. Die Polizei* verteilt dort für Ordnungswidrigkeiten nämlich neue Strafzettel, die anders aussehen als bisher – ein Pilotprojekt.

Mit dem neuen Strafzettel kann 50 Prozent der Zeit gespart werden

Das Ausstellen und Abrufen der Knöllchen wird in München* digitaler. Ein Beispiel: Ein Wagen steht im Halteverbot und ein Polizist sieht das. Er zückt das Polizei-Smartphone, das er immer dabei hat, und einen kleinen Block. Auf diesem ist auf jedem Blatt ein individueller QR-Code abgedruckt. Der Beamte liest den Code mit dem Handy ein und tippt das Vergehen in die „mOwi-App“. Für die Polizisten geht das deutlich einfacher als bisher – und es spart Zeit. „Wenn man geübt ist, bis zu 50 Prozent“, sagt Michael Reisch von der Münchner Polizei, Abteilung Verkehr. Außerdem wird dadurch jeder Vorfall in einer Datenbank gespeichert und muss nicht nachträglich aufwendig eingetragen werden.

Anschließend klemmt der Polizist den Strafzettel mit dem QR-Code wie bisher hinter den Scheibenwischer oder übergibt ihn persönlich, sollte er den Falschparker antreffen. Dieser wiederum scannt den QR-Code dann auf seinem Smartphone und landet auf dem sogenannten Bürger-Infoportal. Dort muss er sich einloggen und sein Kennzeichen angeben. Auf der Internetseite kann der Autofahrer dann genau nachlesen, was er falsch gemacht hat und welche Strafe er nun zu zahlen hat. Bis 55 Euro können per Online-Banking direkt überwiesen werden.

Der neue Strafzettel wird eine Woche im Westend getestet

Wer kein Smartphone besitzt, kann am PC einen Link abtippen – oder er wartet. Denn: „Jeder Bescheid wird nach wie vor auch per Post zugeschickt“, sagt Reisch. Zudem könne man auch jede Polizeidienststelle aufsuchen und dort nachfragen. Das rät der Polizist auch, wenn man sich unsicher ist, ob der Strafzettel echt ist.

Die neuen Strafzettel und das Bürger-Infoportal werden zunächst eine Woche lang im Westend bei allen Verfehlungen in Bezug auf die Straßenverkehrsordnung getestet. Ab kommendem Freitag kommt das neue System dann auch in Bogenhausen, Moosach und bei der zweiten Einsatzhundertschaft München zum Einsatz. Wenn es gut funktioniert und von den Münchnern angenommen wird, soll es nach derzeitigem Plan ab 16. August überall in der Landeshauptstadt eingesetzt werden. Die neuen Strafzettel sind aber nur eine Ergänzung. Die klassischen Knöllchen wird es weiterhin geben und am wichtigsten: Die Straßenverkehrsordnung bleibt auch die gleiche. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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