1. tz
  2. München
  3. Stadt

Bald ist wieder viel Geduld gefordert! Täglich 35.000 Münchner sind vom neuen U-Bahn-Chaos betroffen

Erstellt:

Von: Claudia Schuri

Kommentare

Die Münchner U-Bahn-Fahrer müssen sich auf längerer Wartezeiten einstellen.
Die Münchner U-Bahn-Fahrer müssen sich auf längerer Wartezeiten einstellen. © ACHIM FRANK SCHMIDT

U-Bahn-Fahrgäste brauchen in nächster Zeit mehr Geduld: Wegen Bauarbeiten gibt es zwischen Implerstraße und Goetheplatz keinen U-Bahnbetrieb.

München - Mehr als 700 Züge rattern normalerweise an einem Werktag über die Gleise – das hinterlässt Spuren. Jetzt müssen die über 45 Jahre alten Anlagen auf der Nordseite des U-Bahnhofs Implerstraße ausgetauscht werden. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erneuert acht Weichen, zwei Kreuzungen, Schienen, und Schwellen sowie 1500 Tonnen Schotter auf neuen Unterschottermatten. Außerdem werden mehrere Kilometer Stromschienen überholt.

Die Münchner U-Bahn-Fahrer müssen sich auf längerer Wartezeiten einstellen.
Die Münchner U-Bahn-Fahrer müssen sich auf längerer Wartezeiten einstellen. © ACHIM FRANK SCHMIDT

Deshalb gibt es seit gestern bis voraussichtlich Sonntag, 19. Juni, keinen U-Bahnbetrieb zwischen Implerstraße und Goetheplatz. Die U3 endet an der Brudermühlstraße beziehungsweise am Sendlinger Tor und die U6 an der Implerstraße beziehungsweise am Goetheplatz. Gelbe Schilder und Lotsen weisen den Weg zu den Haltestellen, von denen die Busse des Schienenersatzverkehrs (SEV) abfahren.

Streckensperrung an der Münchner U-Bahn: 30.000 bis 35.000 betroffene Fahrgäste täglich

„Wir rechnen, dass täglich 30.000 bis 35.000 Fahrgäste von der Baustelle betroffen sind“, sagt MVG-Sprecher Johannes Boos. Bis zu 42 Busse seien für den SEV sowie für die Verstärkung von tangentialen Verbindungen im Einsatz – das ist der größte SEV in der Geschichte der MVG.

Mit dem Start sei der MVG zufrieden, betont Boos. „Nach unserer Beobachtung wird insbesondere die Direktverbindung mit der SEV-Linie U3 zum Hauptbahnhof gut angenommen“, berichtet er. Dort könnten die Fahrgäste dann auf U-Bahn-Linien, Tram und die S-Bahnen umsteigen. Nur am Morgen sei beim SEV noch ein Problem aufgetreten: „In mehreren Fällen ist es bei der Aufnahme des Betriebs am Morgen noch kurzzeitig zu Behinderungen durch Falschparker bekommen“, erklärt er. „Das ist aber für den Start eines SEV in dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich.“

Auf den beiden SEV-Linien fahren die Busse werktags von 6 bis 20.30 Uhr im 2,5-Minuten-Takt. Am frühen Morgen sowie in den Abendstunden ist es ein 5-Minuten-Takt und nach Mitternacht ein 10-Minuten-Takt.

Jonas Annetzberger hofft auf gute Fahrzeiten.
Jonas Annetzberger hofft auf gute Fahrzeiten. © Achim Schmidt

Manche Busse waren vormittags recht voll, in anderen war mehr Platz. „Ich hoffe, dass es mit den Wartezeiten passt“, sagt Fahrgast Jonas Annetzberger. Er rechnet damit, dass sich sein Arbeitsweg jetzt fünf bis zehn Minuten länger ist. „Wenn es Probleme gibt, schwenke ich auf das Fahrrad um“, erzählt der Lehrer. „Ich habe schon Verständnis, dass die Bauarbeiten notwendig sind.“

Matthew Sadler fährt regelmäßig mit der U-Bahn.
Matthew Sadler fährt regelmäßig mit der U-Bahn. © Achim Schmidt

Matthew Sadler hat schon am ersten Tag gemeinsam mit seiner vierjährigen Tochter den SEV genutzt. „Wir wohnen in der Nähe und fahren oft mit der U-Bahn“, sagt der 40-jährige Musiker. Was ihn ärgert: „Leider ist der Busfahrer direkt vor uns weggefahren.“

Auch Tierparkbesucher sind betroffen

Von der Sperrung betroffen sind auch viele Besucher, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Tierpark Hellabrunn wollen. Nach dem ersten Eindruck habe es keine Schwierigkeiten gegeben, berichtet eine Tierpark-Sprecherin. Der Tierpark habe bereits vorab die Besucher über die Streckensperrung informiert. Ein erhöhtes Frageaufkommen dazu habe es deshalb gestern nicht gegeben. „Bisher konnten wir kein verringertes Besucheraufkommen im Tierpark feststellen und hoffen, dass die Anfahrt auch an stärker frequentierten Tagen weiter reibungslos verläuft“, sagt die Sprecherin.

Wichtig: Wer normalerweise mit der U-Bahn auf der Strecke fährt, der kann im Internet unter www.mvg.de/impler weiter Informationen dazu bekommen. Dort gibt es alle Auskünfte zum Ersatzverkehr und zu alternativen Verbindungen.

(Unser München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Isar-Metropole. Melden Sie sich hier an.)

Weitere Veränderungen bei der U-Bahn

Mit einer längeren Fahrzeit müssen morgen und am Donnerstag, 17. März, auch die Fahrgäste rechnen, die auf der U6 zwischen Fröttmaning und Garching-Forschungszentrum unterwegs sind. Wegen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten entfallen einige Fahrten.

Auch interessant

Kommentare